Neu auf CD

Frank Sinatra war viel mehr als ein Popstar

Als sein eigener Chef war Frank Sinatra ein Symbol vom Gründergeist der Popkultur. Jetzt erscheint eine neue Liedersammlung mit Hymnen und Sinfonien.

Foto: picture-alliance / united archiv / picture-alliance / united archiv/united archives

Was einem sofort zu Frank Sinatra einfällt: erster Popstar aller Zeiten durch die Macht von Film und Rundfunk, mafiöse Umtriebe, die Hüte, Rat Pack, Schnaps und Sauna. Er war aber auch der erste Musiker von Rang, der seine eigene Plattenfirma gründete. Vor 50 Jahren machte er sich unabhängig von der Firma Capitol, von Buchhaltern, die immer besser wissen wollte, was die Menschheit mochte als er selber.

Als sein eigener Chef musste er keine Lieder zu Gitarre singen, keinen Rock’n’Roll, über Reprise erteilte sich Sinatra die Lizenz zur großen Band und zum Orchester. Seine älteste Tochter Nancy nahm er ebenso unter Vertrag wie seine Freunde Sammy Davis Junior und Dean Martin.

Sinatras Witze waren damals alte Hüte

1963, als der Laden lief, verkaufte er die Firma für viel Geld und Macht an Warner. Es klingt wie eine Geschichte aus der New Economy, erzählt aber von Gründergeist der aufblühenden Popkultur. „Best Of The Best“ ist nun die erste Liedersammlung, die sein Schaffen firmenübergreifend würdigt.

Von den Breitwandhymnen des American Songbooks zu den herbstlichen Sinatra-Sinfonien der Sechziger. Obligatorisch sind dazu gelegte Bühnenmitschnitte von 1957 aus Washington und Seattle. Er galt immer als großer Spaßvogel, auch vor sich selbst. Aber die Witze, die er ausführlich zwischen den Songs zum Besten gab, waren schon damals alte Hüte.

4 von 5 Punkten .