Jahrelang unerkannt im Garten

Verschollen geglaubte Skulptur in Berlin entdeckt

Die seit Kriegsende verschollen geglaubte Skulptur "Albrecht Dürer als Knabe" von Friedrich Salomon Beer ist in Berlin dank des Spürsinns eines Experten wiederentdeckt worden. Sie stand jahrelang unerkannt in Wannsee.

Foto: dpa / dpa/DPA

Die als Kriegsverlust geltende Marmorskulptur „Albrecht Dürer als Knabe“ von Friedrich Salomon Beer (1846-1912) ist wiedergefunden worden. Das Kunstwerk aus dem 19. Jahrhundert wurde auf dem Gelände der American Academy in Berlin- Wannsee von dem Dürer-Experten Jeffrey Chipps Smith identifiziert, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) am Montag mitteilte. Der Kunsthistoriker von der University of Texas ist Fellow der American Academy und Projektpartner beim Forschungsvorhaben des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg zu Dürers Frühwerk.

Die Skulptur hatte sich seit 1945 unidentifiziert auf dem Grundstück befunden, welches heute von der American Academy als “Hans Arnhold Center„ genutzt wird und Eigentum des Landes Berlin ist. Sie war dort im Garten aufgestellt.

Nationalgalerie hatte Skulptur 1887 erworben

Die Marmorskulptur war nach Angaben der Stiftung 1887 durch die Nationalgalerie erworben worden. Sie war anschließend in der Schausammlung der heutigen Alten Nationalgalerie zu sehen. 1940 wurde sie an das Reichswirtschaftsministerium verliehen und in der Dienstwohnung des Reichswirtschaftsministers am Sandwerder 17-19 in Berlin-Wannsee aufgestellt.

Seit Kriegsende 1945 galt die Skulptur als verschollen, sie wurde in der Datenbank “lostart„ der Koordinierungsstelle für Kulturgutdokumentation und Kulturgutverluste Magdeburg sowie in der “Dokumentation des Verlustes. Band II. Nationalgalerie. Gemälde und Skulpturen„ der Staatlichen Museen zu Berlin gelistet.

Nach einer umfassenden Restaurierung wird die Skulptur vom 23. Mai bis 2. September 2012 als Leihgabe in der Ausstellung “Der frühe Dürer„ des Germanischen Nationalmuseums zu sehen sein. Anschließend wird sie nach Berlin zurückkehren. Sie ist Eigentum der SPK und aus dem Bestand der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.