Sting

"Es gibt keine Religionen außer Sex und Musik"

Sting veröffentlicht eine selbstverliebte und umfassende Werkschau seiner Karriere. Praktische Lebenshilfe-Tipps gibt es gratis dazu.

Am 2. Oktober wurde Gordon Matthew Thomas Sumner 60 Jahre alt. Als Sting gibt er sein Alter mit 25 an. "Sting: 25 Years" heißt sein Vermächtnis, seine 3 CDs und eine DVD umfassende Werkschau. Er war immer auch berühmt für seine Selbstverliebtheit. Er habe die Edition "persönlich kuratiert", lässt Sting über die Plattenfirma ausrichten. Kein Titel fehlt, der je unter die oberen 40 in die Hitparaden fand.

Gefilmt hat er sich bei einem Konzert am Irving Plaza in New York 2005. Da tritt er auf im schmalen Anzug, mit zurückgekämmtem Haar und dem zerschundenen Fender-Bass wie der New-Wave-Popper, der er vor 1985 war. Eine Art The-Police-Ersatz-Band hinter sich und Beatles-Klassiker in Repertoire. Das ist sein Platz in der Musikgeschichte: zwischen ewig jungen Popstandards und der gediegenen Abendunterhaltung älterer Semester.

Die Musik ist angenehmer als der Musiker

Deshalb stecken die CDs auch in einem gebundenen Buch. Die Bilder zeigen Sting mit freiem Oberkörper und Gitarre einen Fluß durchwaten, seine Künstlerhände wie von Dürer hingetuscht . Er selbst hat ein Porträt von sich, von Gordon Sumner, übermalt zu Einstein, Beethoven und C.G. Jung, zu Robespierre, Napoleon – und Sting. Man sieht ein Selbstbildnis von ihm beim Bach-Zupfen am Morgen im Barocksaal.

Und man lässt sich Ratschläge erteilen: Dass man in sich selbst das Kind befreien, durch Musik zum Spirituellen und in Liedern Schätze finden sollte. "Es gibt keine Religionen außer Sex und Musik", lehrt Sting, das hat er sogar mal gesungen. Nun veröffentlicht er vieles wieder in einer Erbauungsbox. Seine Musik wirkte schon immer angenehmer als der Musiker davor. Die Songs klingen nach einem netten Menschen.

4 von 5 Punkten.