Streit um Gehälter

Kultserie "Simpsons" scheint kurz vor dem Aus

Sie sind gelb, sie sind laut und seit mehr als 20 Jahren auf Sendung. Doch jetzt könnte für die Zeichentrickserie "Simpsons" die Zeit des Abschieds gekommen sein. Grund für das mögliche Aus ist ein Streit um die Gehälter der Sprecher von Homer und Co.

Der längsten Zeichentrickserie in der Geschichte des Fernsehens droht das Ende: „Die Simpsons“ könnten nach Angaben von US-Medien einem Disput um die Gehälter der Sprecher zum Opfer fallen. Der US-Netzwerksender CBS berichtete am Mittwoch, dass das Studio Twentieth Century Fox die Gage der Schauspieler, die Homer und Marge Simpson sowie ihren Kindern eine Stimme verleihen, um fast die Hälfte kürzen will. Die Serie läuft seit 23 Jahren beim US-Sender Fox. Sie wurde in Deutschland vom ZDF vorgestellt und wird seit 1994 auf ProSieben ausgestrahlt, inzwischen auch auf Sat.1 Comedy.

Das Studio begründet die geplante Kürzung der Schauspielerbezüge mit den wachsenden Kosten der Serie, berichtete CBS weiter. Demnach sollen sich die sechs Hauptsprecher in den USA mit einem Minus ihrer Einkünfte von 30 Prozent einverstanden erklärt haben, solange sie an dem Endprofit der Serie beteiligt werden. Diesen Vorschlag lehnt Fox ab. Die Forderung des Studios nach einem freiwilligen Verzicht auf 45 Prozent weisen die Schauspieler wiederum als unakzeptabel zurück.

Nach Angaben des amerikanischen Magazins TheWrap sollen die Sprecher sich bis Freitagmittag entscheiden, ob sie damit einverstanden sind, dass ihre Gehälter von 440.000 auf 250.000 US-Dollar gekürzt werden. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte die laufende 23. Staffel die letzte "Simpsons"-Staffel sein.

Twentieth Century Fox versucht jedoch, die Wogen zu glätten. „Nach 23 Staffeln sprühen 'Die Simpsons' vor Kreativität wie eh und je und werden von Millionen Fans rund um den Globus geliebt. Wir glauben, dass diese brillante Serie fortgesetzt werden kann und sollte“, wurde Twentieth Century Fox von „Entertainment Weekly“ online zitiert. „Allerdings können wir sie unter den gegenwärtigen finanziellen Bedingungen nicht länger erhalten“, lautete die Fox-Erklärung weiter.

In den USA ist die Zuschauerzahl der „Simpsons“ in diesem Jahr um 14 Prozent im Vergleich zu 2010 zurückgegangen. Manche Beobachter spekulieren, dass das Studio nach einem Weg sucht, die Serie zu beenden, ohne sein Gesicht zu verlieren, hieß es bei CBS.

Matt Groening hatte die Zeichentrickserie 1987 entworfen. Über 488 Folgen flimmerten weltweit bereits über die Bildschirme. Ende Juli 2007 erschien außerdem der Kinofilm "Die Simpsons – Der Film". Daneben gibt es auch Comics und Computerspiele mit den Simpsons.