"Der kleine Prinz"-Serie

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In 52 Teilen: Der Buchklassiker von Antoine de Saint-Exupéry läuft als Animationsserie in der ARD. Es geht da weiter, wo das Buch "Der kleine Prinz" aufhört.

Es ist eines der bekanntesten Bücher weltweit, die berühmtesten Sätze sind unzählige Male zitiert worden. Jetzt kommt „Der kleine Prinz“ ins deutsche Fernsehen. In einer Zeichentrickserie ist er vom nächsten Wochenende an im ARD-Kinderprogramm zu sehen. Dabei knüpft die Serie dort an, wo die Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry (1900 - 1944) endet. „Es wäre vermessen gewesen, das Buch zu verfilmen“, erklärt die Leiterin der WDR-Redaktionsgruppe Kinder und Familie, Birgitta Mühlenbeck.

Und so erleben der kleine Prinz und sein Freund, der Fuchs, in der deutsch-französischen Koproduktion neue Abenteuer. Zusammen reisen sie durchs All und versuchen, Planeten zu retten, auf denen die böse Schlange vorher gewütet hat. Nur mit ihrer Fantasie und Offenheit kann es den beiden Freunden gelingen, den Bewohnern der fremden Welten zu helfen.

„Verantwortung zu übernehmen für die Dinge, die man liebt und die Welt nicht ihrem Schicksal zu überlassen, dafür macht sich der kleine Prinz stark“, erklärt Brigitta Mühlenbeck den pädagogischen Hintergrund der Serie. „Auch auf unserem Planeten ist vieles im Argen und die Umwelt bedroht.“

Kluge Antworten auf einfache Fragen

„Der kleine Prinz“ stehe für Werte wie Freundschaft, Toleranz und Mut, sagt Olivier d'Agay, Großneffe von Antoine de Saint-Exupéry und Vorsitzender der Erbengemeinschaft. „Er spricht verschiedenen Generationen und Kulturen an und gibt kluge Antworten auf einfache Fragen.“ Diese Botschaft solle auch den Zuschauern der TV-Serie – hauptsächlich wohl Kinder zwischen sechs und neun Jahren – vermittelt werden.

Um in der heutigen Medienwelt die Kinder mit der Geschichte des kleinen Prinzen zu erreichen, sei eine 3D-Animationsserie ein gutes Mittel, meint d'Agay. Die Familie des Autoren hat an der Entstehung mitgewirkt und sei sich sicher, dass Saint-Exupéry das Ergebnis gefallen würde.

Nach Angaben der französischen Produktionsfirma Method Animation haben rund 700 Personen vier Jahre lang an der Serie gezeichnet, die von der Machart her an japanische Zeichentrickfilme erinnert. „Es sollte modern, aber trotzdem nah am Original sein“, sagt Produzent Aton Soumache.

Die Gefahr des Feuervogels

Einige der deutschen Synchronstimmen dürften so manchem TV-Zuschauer bekannt vorkommen: Schauspieler Volker Lechtenbrink spricht die Schlange, die Sängerin Annett Louisan übernimmt die Rolle der Rose und singt zudem den Titelsong. Die Musik im Film hat das WDR-Rundfunkorchester eingespielt.

Insgesamt hat die Serie 52 Teile, die jeweils eine knappe halbe Stunde dauern. Die Reihe startet mit zwei Doppelfolgen an diesem Wochenende in der ARD. Den Auftakt macht am Sonntag (2.10./10.03 Uhr) „Der Planet des Feuervogels“.

Hier landen der Prinz und der Fuchs auf einem Planeten, der aus einer Aschewüste besteht und von einem Feuervogel attackiert wird. Am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, folgt der nächste Teil mit dem Titel „Der Planet der Winde“ (12.00 Uhr) . Weitere Folgen sollen im Frühjahr 2012 gezeigt werden.