China

Ai Weiwei will Steuerschuld begleichen

Der chinesische Künstler Ai Weiwei will die Steuerschuld über 1,7 Millionen Euro zahlen. Anschließend werde er in Berufung gehen, kündigte der Regimekritiker an.

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei will seine Steuerschulden innerhalb der vorgegebenen Rückzahlungsfrist begleichen. Erst nach Zahlung könne er in Berufung gehen, sagte der 54-Jährige in einem ARD-Interview laut einer Vorabmeldung des Senderverbunds.

Ai Weiwei bezweifelte, dass er nach Begleichung der Schulden ein freier Mann sein werde. „Sie können wir jederzeit wieder etwas vorwerfen“, sagte er mit Blick auf die chinesischen Behörden, die ihm der Steuerhinterziehung beschuldigt und eine Summe von umgerechnet 1,7 Millionen Euro gefordert hatten. Bei Nichtzahlung drohen dem Künstler zufolge bis zu sieben Jahre Haft.

Ai Weiwei bestreitet die Steuerhinterziehung. Bis heute hätten die chinesischen Behörden keine Beweise vorgelegt, sagte er der ARD. Er habe jegliches Vertrauen in das Rechtssystem der Volksrepublik verloren.

Mehr als 20.000 Chinesen schickten Geld

Von der Hilfsbereitschaft seiner Mitbürger zeigte sich Ai Weiwei überwältigt. Er wertete sie als Zeichen der moralischen Unterstützung und Hoffnung für China. „Wenn man will, dass sich diese Gesellschaft zu einer demokratischen Zivilgesellschaft entwickelt, dann bedarf es der Mithilfe jedes Einzelnen“, sagte der Künstler. Bislang seien rund 6,7 Millionen Yuan eingegangen, umgerechnet rund 770.000 Euro. Mehr 20.000 Chinesen hätten Geld geschickt.

Ai Weiwei bedankte sich auch für Spenden aus dem Ausland, insbesondere aus Deutschland. Auslandsspenden seien allerdings nicht nötig, da es genügend Unterstützung im eigenen Land gebe. Das gespendete Geld will der 54-Jährige schrittweise zurückzahlen.