Medien

Deutschlands jüngster Chefredakteur ist erst 12 Jahre

David Kubach macht seit vier Jahren Zeitung, mit einem Themenspektrum zwischen Fukushima und Komposthaufen. Sein Rezept für guten Journalismus ist bestechend.

Foto: Marion Hunger

Alle mit anpacken, bitte, wir retten jetzt den Euro!" - eine Schlagzeile, die auch dem Chefredakteur der "Welt" gefällt. Sie steht auf dem Titel der "World Times" vom 30. Oktober und stammt von David Kubach.

Mit seinen zwölf Jahren ist er der jüngste Chefredakteur Deutschlands. David hatte "Welt"-Chefredakteur Jan-Eric Peters geschrieben und - quasi unter Kollegen - um eine Blattkritik gebeten. Peters gefiel die Zeitung so gut, dass er David nach Berlin einlud.

Schon vor vier Jahren erschien Davids erstes Blatt. Es lag ein Mal wöchentlich auf den Frühstückstischen im schwäbischen Bad Rappenau.

Angelehnt an die örtliche Zeitung "Heilbronner Stimme", hieß das Blatt "Haus Stimme" und berichtete über Familienausflüge. Doch der Titel war "zu uncool", fand Chefredakteur David.

Jetzt heißt die Zeitung "World Times", informiert sehr kompetent über Fukushima, Euro-Krise, Hunger in Ostafrika, Überschwemmungen in Pakistan. "Aber es gibt zu viele Krisen", sagt David, deshalb bringt er immer auch "etwas Lockeres" - den130. Geburtstag des Dudens oder ein Interview mit einem Kompostierspezialisten.

Vom Schreiben bis zum Layout macht der Sechstklässler alles allein, sogar Anzeigen akquiriert David. Mittlerweile hat die "World Times" eine Auflage von 30 Exemplaren und Abonnenten sogar in Berlin und Hamburg.

Sie erscheint alle drei bis vier Wochen, seit Neuestem sogar online . In Berlin diskutierte David die Themen der "Welt" mit dem Chefredakteur, begleitete einen Redakteur in die Bundespressekonferenz und besuchte die Axel-Springer-Akademie .

Auf die Frage, wie David seine Geschichten findet, hatte der junge Chefredakteur eine ganz einfache Antwort: "Ich schreibe über das, was mich selbst am meisten interessiert - es muss ja Spaß machen." Und das ist nicht nur das beste Rezept für guten Journalismus, sondern die wichtigste Voraussetzung für eine große Karriere.