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Neubau für Jüdisches Museum wird teurer

Architekt Daniel Libeskind lässt zurzeit eine Erweiterung des Jüdischen Museums in Berlin-Kreuzberg bauen. Das Gebäude wird teurer als geplant.

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Daniel Libeskind lässt zurzeit eine Erweiterung des Jüdischen Museums in Berlin-Kreuzberg bauen. Die von ihm entworfene Jüdische Akademie sei eine Chance, das Museum um einen Ort der Bildung und des Austauschs zu ergänzen, erklärte der US-amerikanische Stararchitekt bei einer Baubesichtigung.

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Die Ausbauarbeiten für den Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Berlin (JMB) verteuern sich auf etwa 11,5 Millionen Euro. Derzeit verhandeln die Leitung des JMB und der Bund über eine Deckung der Zusatzkosten. „Wir gehen davon aus, dass das Loch gestopft werden kann“, sagte der Vizedirektor des Museums, Börries von Notz, am Dienstag.

Bislang waren 10,3 Millionen Euro prognostiziert worden. Bereits „sicher“ sei der Anteil von privaten Spendern über 4,3 Millionen Euro, betonte von Notz. Auf dieser Seite würden keine zusätzlichen Gelder mehr akquiriert.

Neuer Veranstaltungsort für Berlin

Der Erweiterungsbau entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft des Stammhauses in einer ehemaligen Blumengroßmarkthalle. Er beherbergt die künftige Akademie des Museums und einen neuen Veranstaltungssaal mit 1000 Plätzen, sagte der Vizedirektor. Der Umbau nach Entwürfen des Architekten Daniel Libeskind soll bis Sommer 2012 abgeschlossen sein.

"Die Akademie wird 50 Prozent des Raumes der Halle belegen“, sagte von Notz. „In der zweiten Hälfte ist Platz für den Saal. Wir sind der Ansicht, dass ein Raum dieser Größenordnung in Berlin fehlt.“ Bislang war nur eine Teilnutzung der Halle geplant. Ebenso wie der 2007 am Altbau des Museums eröffnete Glashof soll der neue Saal auch fremd vermietet werden. Gedacht sei an Festivals, Vorträge und Theateraufführungen, sagte von Notz. „Das wird eher ein Veranstaltungsort für jedermann.“

Libeskind sieht neuen Treffpunkt für Berlin

Libeskind bezeichnete die Erweiterung als einen neuen Treffpunkt in der Stadt. Im Inneren entstehe eine Piazza. Die in Holz ausgeführten Kuben in der ehemaligen Großmarkthalle vermittelten ein warmes Gefühl und hätten die Anmutung einer Arche. Der dynamische Bau ergänze die Funktion des Museums. Zugleich betonte Libeskind: „Die Akademie wird kein Museum, sondern eine Bildungsakademie.“

Berlin sei „ein Mekka moderner Architektur“, sagte Libeskind. Nicht nur heute, sondern bereits früher hätten hier die Größen neuen Bauens wie Schinkel, Erich Mendelsohn oder Hans Scharoun gewirkt. Der Erweiterungsbau habe für ihn einen hohen Stellenwert, weil er seinen Museumsbau fortsetze.

Die Akademie soll – mit acht Wochen Verspätung – Ende Juli 2012 eröffnet werden.

Am Sonntag ist Publikumstag

In dieser Woche feiert das Jüdische Museum sein zehnjähriges Bestehen mit Führungen, Lesungen und Konzerten. Besonders üppig fällt das Programm am kommenden Sonntag, 30. Oktober 2011, aus. Zum Abschluss der Jubiläumswoche öffnet das Museum seine Türen für alle Besucher bei freiem Eintritt. Bei einem Familienbrunch gibt es Musik und Tanz im Glashof, unter anderem tritt die Kindertanzcompany von Sasha Waltz & Guests auf. Zum Geburtstagskaffee gibt es Jazz und Swing, Lesungen und Workshops.

Unter dem Titel „Objekte und ihre Geschichten“ präsentieren zahlreiche bekannte Geburtstagsgäste ihre Lieblingsstücke im Museum. So erklärt Wolfgang Thierse (Vizepräsident des Deutschen Bundestages) anhand eines Modells die Bedeutung der niedergebrannten Neue Synagoge in seiner Geburtsstadt Breslau. Kai Pflaume (Fernsehmoderator) spricht über den legendären Entertainer Hans Rosenthal und die Wiederbelebung von „Dalli, Dalli“. Marcel Reif (Sportkommentator) erklärt den Zusammenhang von Religion und Sport.

Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9-14 (Kreuzberg). Tel.. (030) 25993300, www.jmberlin.de