Auszeichnung

Jüdisches Museum ehrt Kanzlerin Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den "Preis für Verständigung und Toleranz des Jüdischen Museums Berlin" erhalten. Museumsdirektor Michael Blumenthal hob ihren persönlichen Einsatz für eine Erneuerung des jüdischen Lebens in Deutschland hervor.

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Es war die Bundeskanzlerin persönlich, die am Montagabend im Jüdischen Museum den Auftakt zur Jubiläumswoche zum zehnjährigen Bestehen des Jüdischen Museums einläutete. In diesem Fall allerdings nicht als Gratulantin, sondern – jedenfalls in erster Linie – als Preisträgerin: Angela Merkel erhielt den renommierten Preis für Verständigung und Toleranz des Museums.

In seiner Laudatio würdigte Direktor Michael Blumenthal den Einsatz Merkels für das Museum und ihre „entschiedene Haltung“, die dazu beigetragen habe, den Antisemitismus in Deutschland aus dem Bereich des Akzeptablen zu verbannen. Dabei sei es „gar nicht selbstverständlich“, dass jemand, der in der DDR groß geworden sei, sich für jüdisches Leben in Deutschland so liebevoll engagiere wie die Bundeskanzlerin. Denn dort hätten Juden immer als „Opfer zweiter Klasse“ hinter den Opfern des kommunistischen Widerstands zurücktreten müssen. Angela Merkel aber habe die „volle Aufarbeitung“ deutsch-jüdischer Geschichte „bedingungslos unterstützt“ und sei von Anfang an eine Befürworterin des Hauses gewesen. Weiterer Dank gebühre allerdings auch allen Kulturstaatsministern im Kanzleramt – sowie Merkels Vorgänger Gerhard Schröder (SPD), der damals die „mutige Entscheidung“ getroffen habe, das Museum zu einer Einrichtung des Bundes zu machen. Seine Geschichte sei eine „Erfolgsgeschichte“.

Der Veranstaltung in der zukünftigen Akademie des Museums, das seit seiner Eröffnung mehr als sieben Millionen Menschen besucht haben, ging am frühen Abend ein Festkonzert der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Daniel Barenboim voraus – Barenboim hatte vor zehn Jahren auch das Konzert zur Eröffnung des Museums dirigiert. Unter den 850 angemeldeten Gästen waren Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und das halbe Bundeskabinett mit Philipp Rösler (FDP, Wirtschaft), Wolfgang Schäuble (CDU, Finanzen), Daniel Bahr (FDP, Gesundheit), Norbert Röttgen (CDU, Umwelt) und Annette Schavan (CDU, Bildung). Ebenfalls angesagt hatten sich der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Altkanzler Helmut Schmidt, Lord George Weidenfeld sowie der Schriftsteller Imre Kertèsz, der bereits 2008 mit dem Preis ausgezeichnet worden war.

Das Programm zur Jubiläumswoche findet sich im Internet unter www.jmberlin.de/10jahre .