CD "Vägen"

Tingvall Trio macht Jazz für gesellige Stunden

Dem legendären Esbjörn Svensson Trio kommt das Tingvall Trio am nächsten und beweist: Jazz macht doch nicht einsam.

Das Jazztrio, die kammermusikalische Besetzung Schlagzeug, Bass, Klavier, galt lange Zeit als unmodisch im Pop. Bis Esbjörn Svensson kam, mit seinem E.S.T., dem Esbjörn Svensson Trio.

Er spielte am Flügel Songs von Radiohead und Filmmusik von Morricone, und dann freuten sich die Leute auch über die Jazzstandards von Monk und über Selbstgeschriebenes. Als Svensson vor drei Jahren starb, mit 44 Jahren beim Tauchen in den Schärengärten von Stockholm, war die Musikwelt fassungslos.

Seither gedeihen Jazztrios wieder wie Knöterich, und jedes Trio leidet oder wärmt sich an der Würdigung, „das neue E.S.T.“ zu sein. Dem E.S.T. am nächsten kommt das Tingvall Trio, kurz T.T.: Es liegt daran, dass Martin Tingvall Schwede ist, der Pianist und Komponist.

Es hat mit der Musik zu tun, die er in Snarestad entwirft und regelmäßig mit nach Hamburg bringt. Dort spielt er sie dann mit Omar Rodriguez Calvo, dem kubanischen Bassisten, und dem deutschen Trommler Jürgen Spiegel.

Wie bereits auf "Skagerrak“, "Norr“ und "Vattensaga“ breitet auch das Album "Vägen“ Klanglandschaften aus, die man mit Skandinavien verbindet. Keiner der Drei scheut sich, Popmusik-Anleihen zu gebrauchen. Ein Stück heißt "Den Ensamme Mannen“.

Jazz macht einsam, sagte man, bevor es Jazztrios wieder als Bands gab für gesellige Stunden.

Tingvall Trio: Vägen (Skip)