"Two and a Half Men"

Charlie Sheen gibt sich vor Staffelstart reuig

Am Montagabend wird in den USA die erste Folge "Two and a half Men" ohne Charlie Sheen zu sehen sein. Er stimmt pünktlich zur neuen Staffel gegenüber seinem Nachfolger Ashton Kutcher versöhnliche Töne an und zieht Bilanz seines Verhaltens.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

In einer quirligen Show sind in Los Angeles die Emmy-Preise verliehen worden. Bei der Verleihung begrub der Schauspieler Charlie Sheen, der zuletzt vor allem durch Drogenexzesse von sich reden machte, öffentlich das Kriegsbeil. Kollege Alec Baldwin ärgerte sich derweil.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Die entscheidende Frage, die die amerikanische Fernsehnation bewegt, ist: Wie wird der Neue wohl sein? Alles dreht sich nur um diesen einen Moment, wenn heute Abend in den USA die neue Staffel der Comedy-Serie „Two and a Half Men“ auf Sendung geht – erstmals nach dem Rauswurf von Charlie Sheen. Dann muss sich zeigen, ob „der Neue“, Ashton Kutcher, als Ersatz für den geschassten Exzentriker Sheen taugt.

Acht Jahre lang wollten Millionen Menschen in den USA, Deutschland und fast 50 anderen Ländern sehen, wie Charlie Harper mit seinem netten, aber ewig jammernden Bruder und dessen Sohn auskommt. Dessen Rolle änderte sich, während Schauspieler Angus T. Jones (heute 17) vor den Augen der ganzen Nation pubertierte, von ganz niedlich über lästig hin zu dumm und verfressen. Und Charlie Sheen? Der spielte die gleiche Rolle wie zuvor schon den Charlie in „Chaos City“: Ein ewig trinkender Frauenheld, der nichts so sehr scheut wie Arbeit und Verantwortung und dennoch immer wieder auf die Füße fällt.

Was jeder ahnte: Sheen spielte vor allem sich selbst. Immer wieder geriet er in die Schlagzeilen, die selbst für Charlie Harper eine Nummer zu groß gewesen wären. Mal geht er auf seine Frau mit einem Messer los, mal feiert er mit Stripperinnen in einem Hotel, mal liegt sein teurer Mercedes zerschellt auf den Klippen Malibus. Doch Sheen war ein Quotengarant und deshalb sahen die Produzenten über vieles hinweg. Als er aber „Serienerfinder Chuck Lorre angriff („verseuchte kleine Made“) und auch vor antisemitischen Beleidigungen nicht zurückschreckte, wurde er rausgeworfen.

Ein Sunnyboy soll es richten. Denn die Serie geht weiter, nur dass statt Charlie Harper jetzt Walden Schmidt in das Strandhaus in Malibu einzieht. Ashton Kutcher (33) spielt den geschiedenen Internetmilliardär, der die Lücke füllen soll. „Ich kann Charlie Sheen nicht ersetzen“, sagte Kutcher bei seiner Vorstellung im Mai. „Aber ich werde mir den Arsch aufreißen, um die Leute auf Teufel komm raus zu unterhalten“.

Der 37-jährige Ashton Kutcher, bekannt geworden mit der Serie „Die wilden Siebziger“ und Ehemann von Demi Moore, wird in der Rolle des Walden Schmidt, Internet-Milliardär mit Liebeskummer, in die Männer-Wohngemeinschaft einziehen. Kein Vergleich also zu Lebemann Charlie Harper. Auch optisch wird sich etwas ändern: Kutcher hat sich einen Vollbart wachsen lassen. „Das ist so ein Jesus-Ding“, erzählte er. „In der ersten Folge erstehe ich sozusagen von den Toten auf.“

Um diese Auferstehung genügend anzupreisen läuft die Werbemaschinerie des Senders CBS seit Wochen auf Hochtouren. Höhepunkt war Kutchers Auftritt in der erfolgreichen Talk-Show von Ellen DeGeneres, in der er getreu der Werbekampagne für „Two and a Half Men“ kurzerhand den Bademantel fallen ließ und .

Naturgemäß sind alle Beteiligten zudem darum bemüht, gute Laune zu verbreiten, als wenn es niemals Ärger gegeben hätte. „Es macht einfach Spaß wieder Spaß zu haben“, sagt Jon Cryer, der in der Serie Alan Harper, Charlies Bruder, spielt.

Zwischen Kutcher und Jon Cryer (46) scheint die Chemie zu stimmen – was mit Sheen nicht so klappte. Einen „Troll“ soll Sheen den fünf Monate älteren Kollegen genannt haben. „Ich würde jede Entschuldigung akzeptieren, privat oder öffentlich“, sagte Cryer bitter in der Talkshow von Ellen DeGeneres.

Aber Sheen macht keine Anstalten, sich zu entschuldigen. Vermutlich gab es im Drehteam einige, die genüsslich Charlies Beerdigung gedreht haben. So soll der einstige Hauptdarsteller zumindest laut Insidern aus der Serie verschwinden.

Doch Charlie Sheen, der im Streit mit CBS dem Sender gar den Untergang der Serie vorhersagte, stimmt pünktlich zum Neustart versöhnliche Töne an: Im Gespräch mit Talkmaster Jay Leno nannte er Kutcher „einen sehr guten Schauspieler“, dem er kaum einen Rat geben bräuchte. „Ich hätte etwas mehr Verantwortung zeigen sollen“, sagte er bei Talkmaster Jay Leno über die letzten Tage bei „Men“. Und: „Ich hätte mich auch gefeuert.“