SuperHeavy

Jagger geht mit Joss Stone "fremd" – musikalisch

Bei den Rolling Stones ist es Mick Jagger gewohnt, in der ersten Reihe zu stehen. Bei seinem neuen Bandprojekt SuperHeavy ist er nur ein Sänger unter mehreren.

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Wo seine jüngste musikalische Kreation bei iTunes landet, darüber ist sich Mick Jagger noch nicht ganz sicher. Der Frontmann der Rolling Stones hat sich mit Eurythmics-Kogründer Dave Stewart, Reggaemeister Damian Marley, Soulsängerin Joss Stone und „Slumdog Millionaire“-Komponist A.R. Rahman zur Band SuperHeavy zusammengeschlossen – Kollegen aus ganz unterschiedlichen Lagern also. In die neue Band fließen die jeweiligen Vorlieben ihrer Mitglieder ein, und das ergibt eine richtig bunte Mischung an Stilen.

„In welche iTunes-Genres passt es? In ’Unerkennbares’? Gibt es nicht einen Bereich für Unbekanntes?“, scherzte Jagger bei einer Preview Anfang Juli in den Jim-Henson-Studios in Los Angeles. Dort nahmen SuperHeavy einen Teil der Musik für das Album auf.

Stewart bezeichnete die Zusammenarbeit der prominenten Musiker als breit gefächert. Die Aufnahmen begannen zunächst mit der gesamten Band in Hollywood, später folgten aber auch getrennte Aufnahmen der einzelnen Mitglieder. Die erfolgten dann in Florida, Frankreich, Griechenland, der Türkei, Indien und der Karibik. Ursprünglich habe die Band etwa 35 Stunden Musik aufgenommen, und einige Titel darunter hätten „eine Stunde und zehn Minuten“ gedauert, bevor sie eingedampft worden seien, sagte Stewart.

Am 16. September soll das Album von SuperHeavy in Deutschland bei Universal veröffentlicht werden. Als erste Single des Albums erschien vergangene Woche der Midtempo-Track „Miracle Worker“. Dazu drehten SuperHeavy Ende Juni ein Video. Der Titel kombiniert – wie viele des Albums – Rock, Soul, Reggae und World Music.

Tour noch nicht geplant

„Mit vier anderen Sängern zu arbeiten, war für mich interessant“, sagte Jagger. „Das habe ich noch nie zuvor getan. Normalerweise muss ich alles machen, womit ich auch recht zufrieden bin. Es war witzig, denn als wir es fertigstellen mussten, merkte ich, dass wir alle eine Rolle darin zu spielen hatten.“

Ob die Supergruppe auch auf Tour geht, bleibt abzuwarten. Die Band werde erst einmal die Reaktionen auf das Album abwarten, sagte Jagger. „Es läuft vermutlich darauf hinaus, dass wir in der Sektion “nicht klassifizierter Gig„ spielen“, witzelte Stewart. „Yeah, in einem Zelt auf dem Glastonbury-Festival mit den nicht einzuordnenden Acts“, fügte Jagger hinzu.