"Gold Cobra"

Limp Bizkit greifen nach der Weltherrschaft

Es war ein langes hin und her bis zur neuen CD. Die amerikanische Nu-Metal-Band Limp Bizkit vermischt mit "Gold Cobra" Hiphop mit Rock.

Bereits zwei Jahre ist es her, dass sich die damals hoffnungslos zerstrittene Band Limp Bizkit tränenreich versöhnte und der Welt ein neues Werk in Aussicht stellte. Es sollte "Gold Cobra" heißen. Halbfertige Stücke geisterten durchs Internet. In Interviews vertrösteten Limp Bizkit wiederholt die amüsierten bis genervten Interessenten.

Statt des Albums präsentierten sie sich selbst und ihre aufgewärmte Freundschaft in Konzerten , wo sie Stücke wie "Why Try" am Auditorium testeten – und offenbar für gut befanden, weil die Festwiesen nicht fluchtartig verlassen wurden.

Wieder einen Sommer später ist "Gold Cobra" irgendwie vollendet. Es liegt vor, man kann es kaufen. Aber wie so oft, wenn Platten über Jahre zuverlässig angekündigt und verschoben werden, fehlt dem Wanderwitz am Ende die Pointe.

Auf den Spuren von Axl Rose

Axl Rose hat Guns N’Roses mit der unbefriedigenden Fertigstellung von "Chinese Democracy" beerdigt. Was Fred Durst im Sinn hat mit "Gold Cobra", weiß man nicht. Die Weltherrschaft? Die Abschaffung des Heavy Metal und des HipHop?

Die Gitarre und das Schlagzeug sind zu kriegerisch, der DJ scratcht zu emsig, und der Sänger rappt zu eifrig, um eine historische Musik noch interessant zu finden, die man heute noch Nu Metal nennt. Limp Bizkit wollen rockgeschichtlich endlich ernst genommen werden. Harte Schale, weicher Keks.

Limp Bizkit: Gold Cobra (Interscope)