ProSieben-Trash

Verarmter Trainer Lorant greift jetzt zum letzten Mittel

"Die Alm" auf ProSieben ist so eine Art Dschungelcamp für noch Ärmere. Kurz vor dem Anpfiff wurde ein prominenter Übungsleiter nominiert.

Seine Vita ist wie gemacht für den TV-Trash. Einst war Fußballtrainer Werner Lorant Kult, jetzt ist er vereins- und nahezu mittellos .

Sein Haus wurde zwangsversteigert, die Ehe ist in die Brüche gegangen. Ein paar Monate ist das erst her. Von Neuanfang sprach er, von ganz unten müsse er beginnen. Alles verständlich, aber dass er es gleich so wortwörtliche nimmt?

Bei "Die Alm" hat Lorant angeheuert, einer jener Shows, bei denen C-Prominente für ein paar Tausend Euro so ziemlich alle Rechte abtreten.

Ein verlassener Bergbauernhof in Südtirol. 15 Tage lang leben wie vor 100 Jahren, auf Strohmatratzen und ohne warmes Wasser, stattdessen Kühe melken und "Muh-Proben". Und mittendrin Lorant, der bekannteste Kettenraucher der Fußballbranche, ein Zuchtmeister vor dem Herrn.

Den TSV 1860 München führte er einst von der Bayernliga bis in die Bundesliga, selbst Europapokal haben sie unter ihm gespielt.

Kein Zauberfußball, das nicht, aber auf fit hat er die Seinen getrimmt und sich dabei den Beinamen „Beinhart“ verdient. Der Mann mit dem weißen Haar und den cholerischen Eruptionen war der Antityp zu den Krawattenträgern, deftige Sprüche inklusive. „Was soll ich mit den Spielern reden, ich bin doch kein Pfarrer", hat er gesagt.

Auf der Alm nun will er den Teamplayer geben. Lorant, der Geläuterte? Wohl kaum, die widrigen äußeren Umstände dürften für ihn nur ein verschärftes Trainingslager sein. Schon als Profi bewegte er sich zwischen den Eckpfeilern: Laufen, treten, Schnauze halten. Auf 325 Bundesligaspiele hat er es gebracht. In Erinnerung aber blieb vor allem eine Szene, als er seinem Gegenspieler so ins Gemächt griff, dass der in die Ambulanz musste.

Die Alm-Abende jedenfalls könnte Lorant allein mit Geschichten füllen. Nach seinem Jahrzehnt in München hatte er etliche Wanderjahre hingelegt, er war Trainer in der Türkei, China und selbst im Iran. („Ein tolles Land. Der Liter Benzin kostet hier nur fünf Cent.“)

Nur sollten sie sich auf der Alm wohl überlegen, ob sie ihm die Regentschaft überlassen. Seinen Spielern jedenfalls gab Lorant immer mit auf den Weg: „Ich wechsle nur aus, wenn sich einer das Bein bricht.“

" Die Alm " läuft ab dem 20. August bei ProSieben, 20.15 Uhr