Tragikomödie

Gemeinsame Hausarbeit ist gut für die Seele

In dem Film "Wir schaffen das schon" soll sich der Gewerkschaftler Nello um eine Gruppe von Psychiatrie-Patienten kümmern. Eine Aufgabe mit Tücken.

Der Gewerkschaftler Nello weiß nicht recht, wie ihm geschieht, seine Frau findet ihn zu altmodisch, die Gewerkschaft hingegen hält seine Ideen für zu fortschrittlich und ihn für zu aufrührerisch, weshalb Nello (Claudio Bisio) eine neue Aufgabe zugewiesen bekommt. Er soll sich um eine Gruppe von ehemaligen Psychiatrie-Patienten kümmern.

Die Gruppe nennt sich „Kooperative 180“, nach dem „Gesetz 180“, das 1978 in Italien verabschiedet wurde. Es sah vor, alle geschlossenen psychiatrischen Anstalten zu schließen und die Patienten zu entlassen.

Langes Schweigen und abwesende Blicke kassiert Nello erst einmal bei den Patienten: Bis Fabio (Pietro Ragusa), hyperaktiv wie immer, das Wort ergreift und sich vorstellt: „Mein Vater war Pilot und flog nach Hamburg und nach Barcelona“. Die Patientin Miriam erzählt, dass sie einen Verlobten hat, der sehr eifersüchtig ist, während Carlo sich mit Ufos am wohlsten fühlt.

"Der Patient wird nicht per Gesetz gesund“

Nello wird schnell klar, dass sich in der Einrichtung trotz Reform wenig verändert hat. Der betreuende Arzt verabreicht den Patienten starke Medikamente und lässt sie Briefmarken kleben, denn er vertritt die Ansicht: „Geisteskrankheit hört nie auf. Der Patient wird doch nicht per Gesetz gesund.“

Aber Nello versucht alles, die Gruppe zu motivieren, jeden einzelnen zu bestärken und für eine sinnvollere Arbeit zu gewinnen. Gemeinsam beschließen sie, Parkett zu verlegen und in ein eigenes Haus zu ziehen. Dabei blühen sie auf, nehmen ihre Kooperative über alle Maßen ernst, denn schließlich sind sie „zwar verrückt, aber nicht doof“.

An der Wirklichkeit orientiert und gelebte Utopie

Der dynamische und tragikomische Film „Wir schaffen das schon“ von Giulio Manfredonia sei an der Wirklichkeit orientiert wie auch eine gelebte Utopie, meint der Regisseur. Bis auf den Hauptdarsteller Claudio Bisio, der so wunderbar ungläubig die Patienten anschauen kann, wurden unbekannte Schauspieler ausgewählt, so dass die Zuschauer meinen, bei den Darstellern handle es sich um verrückte Menschen.

Tatsächlich glaubt man es, so überzeugend und eindringlich spielen sie die einzelnen Charaktere oder agieren als wilder, sympathischer Haufen. In vielen Situationen, und auch das zeigt der Film gut, haben Fabio, Lucca, Carlo, Ciccio und die anderen trotz ihrer Erkrankung und der traurigen Rückschläge Gefühle, die jeder kennt.