Jugendkultur

Biete Sex gegen ausgedehnte Shopping-Tour

Mit "Shopping Girls" gelingt der polnischen Regisseurin Katarzyna Roslaniec ein bemerkenswerter Coming-of-Age-Film.

Ala ist 14 und neu in der Klasse. Sie wirkt jung und schüchtern und ihr Handy sieht aus wie eine Dampfmaschine. Dabei will Ala auch so cool und hip sein wie Milena, Kaja und Julia, die es in die modernen Shopping Malls mit den schicken Klamotten zieht.

Die Mädchen, die sich aggressiv schminken und sich in sexy Miniröcke und Tops zwängen, stammen aus eher bescheidenen Verhältnissen und setzen ihren Körper ein, um sich von besser betuchten "Sponsoren" zum Shoppen einladen zu lassen.

Milena, die Anführerin, "adoptiert" Ala. Da steht die Romanze mit dem scheuen, gleichaltrigen Michal eher im Weg, meint Milena. Und so organisiert sie Ala lieber einen "Sponsor" der ihr dann auch das teure Handy spendieren kann.

Die 1980 geborene Regisseurin Katarzyna Roslaniec hat mehr gedreht als nur eine plumpe Kapitalismus- und Konsumkritik. Sie hat ein polnisches Pendant zu Coming-of-Age-Filmen wie "Thirteen" oder "Raus aus Amal" geschaffen, das in Polen wütende Diskussionen unter den Generationen auslöste und zu einem großen kommerziellen Erfolg wurde.