Fernsehen

Matthias Brandt löst ersten "Polizeiruf"-Fall

Mit "Cassandras Warnung" geben der Berliner Schauspieler Matthias Brandt und seine Kollegin Anna Maria Sturm ihren Einstand als neue Münchner "Polizeiruf 110"-Ermittler. Bereits Folge 2 sorgt für Aufregung.

Foto: dapd

Hanns von Meuffels ist ein Kommissar mit Schlips und Kragen. Der Adelige aus dem Norden ist neu in München, wo er es gleich mit einem Polizeikollegen mit Cabrio und Lederjacke zu tun hat. Matthias Brandt spielt von Meuffels, den neuen „Polizeiruf 110“-Ermittler des Bayerischen Rundfunks (BR). Seinen Einstand gibt der wandlungsfähige Darsteller am Sonntag (21. August 2011, 20.15 Uhr) im Ersten mit „Cassandras Warnung“, einem Krimi von Regisseur Dominik Graf und Buchautor Günter Schütter.

Das garantiert eine vielversprechende Mischung und einen aufregenden, wenn auch ziemlich komplexen Film. Für die Zuschauer geht es gleich mitten rein in den Fall, der neue Kommissar im Trenchcoat stellt sich erst nach einigen Minuten vor. Da ist er bereits auf dem Land in Bayern, wo die Frau seines beliebten Kollegen Gerry Vogt (Ronald Zehrfeld aus Grafs hochgelobter Krimireihe „Im Angesicht des Verbrechens“) im Zweitdomizil erschossen worden sein soll – ein Irrtum, wie sich herausstellt. Diana Vogt (Alma Leiberg) lebt, die Tote ist eine Freundin, die offenbar einer Verwechslung zum Opfer fiel.

Ein überraschendes Ende

Das Ehepaar glaubt zu wissen, wer es auf Diana abgesehen hat: Cassandra, eine Ex-Geliebte Gerrys, die dieser abserviert hat. Rund um die Uhr muss Diana nun bewacht werden, es beginnt ein Katz- und Mausspiel, doch Cassandra scheint nicht zu fassen zu sein. Graf, der bereits die „Polizeiruf“-Filme „Der scharlachrote Engel“ und „Er sollte tot“ mit den früheren Münchner Ermittlern Tauber (Edgar Selge) und Obermaier (Michaela May) inszenierte, gelingt es dabei meisterhaft, Spannung aufzubauen. Und am Ende kann von Meuffels eine wirklich überraschende Auflösung präsentieren.

"Ich glaube, es ist nicht so gut auszukommen mit mir", räumt der neue Kommissar einmal ein. Ein bisschen wie ein Fremdkörper wirkt der leise, sehr beobachtende Ermittler inmitten seiner Münchner Kollegen. Ein „zum Einzelgängerischen neigender, zurückhaltender, mitunter auch skurriler Mann in der Fremde“ sei von Meuffels, beschreibt Grimmepreisträger Brandt im dapd-Interview seine Figur, deren Bild sich erst nach und nach zusammensetzt.

Sein Counterpart ist die aus der bayerischen Provinz kommende bodenständige Polizistin Anna Burnhauser (Anna Maria Sturm), die im ersten Film allerdings noch eine recht kleine Rolle spielt. Später wird sie dann eine Fortbildung absolvieren, um mit von Meuffels zusammenzuarbeiten.

Brandt kritisiert Verschiebung

Zwei „Polizeiruf“-Ausgaben pro Jahr mit Brandt und Sturm werden nach Senderangaben zu sehen sein. Der zweite Film, „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ von Regisseur Hans Steinbichler sorgte bereits für einige Aufregung. In dem Film, der nun am 23. September 2011 läuft, kommen bei einem Bombenattentat in München viele Menschen ums Leben. Nach Bedenken der Jugendschutzbeauftragten, den Film für Zuschauer ab zwölf Jahren freizugeben, verlegte der BR den Krimi von 20.15 Uhr auf 22 Uhr. „Ich kenne zwar die Argumentation für die Verschiebung, finde sie aber nicht überzeugend. Und traurig, weil es uns für diesen Film den Großteil der potenziellen Zuschauer kostet“, kommentiert Brandt.

Er folgte in der Krimireihe auf den im Juni 2009 verstorbenen Schauspieler Jörg Hube, der nur eine „Polizeiruf“-Folge abdrehen konnte. Den Part der weiblichen Ermittlerin hatte Stefanie Stappenbeck übernommen. Die beiden hätten „einen extrem vielversprechenden Start“ hingelegt, sagt Brandt. „Wie schade, dass das nicht weiterging.“