Progrock

Die Musik von Yes macht auch heute Lust auf Punk

Die Progressive-Rock-Band Yes wurde 1968 gegründet. Zahllose Umbesetzungen später, erscheint das Album "Fly From Here".

Verschwörungstheoretiker halten die Gruppe Yes für eine List perfider Punkrock-Pioniere: Ohne Yes hätte es nie Sham 69 und dann die Sex Pistols gegeben. Erst die feierlichste Form des Art-Rocks und die weihevollsten Plattenhüllen hätten Tür und Tor geöffnet für die Müllästhetik.

Sicher ist: Der Punk hat ein paar Manager und Musiker sehr reich gemacht in kurzer Zeit, dann wurde er zur Farce. Für Yes ging es gemütlich weiter. 1980 übernahm ein Mann die Band, der mehr vom Geist des Punk geprägt war als vom esoterischen Georgel. Trevor Horn hatte zuvor mit „Video Killed The Radio Star“ ein neues Zeitalter heraufbeschworen. Aber plötzlich spielte er den Bass bei Yes, er produzierte Hits wie „Owner Of A Lonely Heart“, danach verschwand er wieder und nahm schönere Musik auf.

Ständiger Personalwechsel

Yes blieben sich musikalisch treu und künstlerisch stabil, indem ihr Personal beständig wechselte. Jetzt kehrt auch Trevor Horn zurück als Produzent. Er stellt Goeff Downes von den Buggles an die Keyboards und den Sänger einer Coverband aus Kanada ans Mikrofon.

Es ist eine Art Feldversuch: Wann hören Yes auf, Yes zu sein? Niemals: Das Cover stammt wieder von Roger Dean, es zeigt die drei verschlungenen Buchstaben in einer Nebellandschaft über Wasserfällen und Vögeln. „Fly From Here“, das Titelstück, ist eine fünfteilige Suite, nach der man sofort eine Punkband gründen würde, wenn es Punk als Punk noch gäbe.