"Beats & Bruises"

Miss Li will ungezwungen auf die Straße pinkeln

Die schwedische Sängerin Miss Li singt auf "Beats & Bruises" von häuslicher Gewalt, Postfeminismus und ungerechten Geschlechterdifferenzen.

Aufgeweckte Jungs werden mit Ritalin besänftigt, anstrengende Mädchen mit Musik beschäftigt. Vielleicht kommen daher all die jungen, überspannten aber reizenden Sängerinnen. Seit fünf Jahren tummeln sie sich munter auf den Bühnen und toben sich aus auf eigenen Platten. Unzählige Kates und Katys, Amys, Lis und Lenas.

Linda Carlsson wuchs in Borlänge mit Jazz und Heavy Metal auf, und während ihre ehemaligen Nachbarn von Mando Diao heute Rockmusik wie alte Männer spielen, nimmt sie als Miss Li versponnene Alben auf wie "Beats & Bruises“, nach erstaunlichen zwei Jahren Schaffenspause.

Häusliche Gewalt und Postfeminismus

Zwischen 2006 und 2009 waren ihr sechs CDs gelungen. Ihre Songs belebten Fernsehserien und Werbefilme, "Bourgeois Shangri-La“ ermunterte zum Kauf von iPods und "Oh Boy“ verwandelte den Volvo vom Familienwagen in ein Hipster-Auto.

Jetzt entschuldigt sie ihr bisher rätselhaftes Fernbleiben mit "Shoot Me“. Einem Lied, in dem ein langwieriges Leiden, das Miss Li aus ihrem Schöpfungsdrang gerissen haben muss, geschildert wird. Aber sie ist wieder voll da: mit Vintage-Rock, Burlesken und Chansons, als kapriziöses 29 Jahre altes Mädchen, das bereits alles gesehen und erlebt hat.

"Devil’s Taken Her Man“ handelt von häuslicher Gewalt, "Are You Happy Now?“ vom Postpostpostfeminismus. In "Arrested“ klagt sie, dass ein Mädchen immer noch nicht ungezwungen auf die Straße pinkeln dürfe wie ein Junge.

(National)

3 von 5 Punkten