Hip-Hop

Gipfeltreffen der Rapmusik – Kanye West und Jay-Z

Nach jahrelanger Zusammenarbeit der beiden amerikanischen Musikstars Kanye West und Jay-Z folgt nun das gemeinsame Album "Watch The Throne".

Wie Könige beherrschen beide ihre Reiche. Jay-Z thront über seinen Geschäftsfeldern: Für ihn ist HipHop die Kultur des Aufstiegs und der Macht, er hat sich aus der Drogenkriminalität emporgerappt zur Leitfigur des schwarzen kleinen Mannes.

Kanye West regiert den Rap als Musiker und Querulant: Er wuchs im schwarzen Mittelstand heran, als kulturell gebildeter Computernerd, der früh für Jay-Z Stücke produzierte und aus Jay-Zs Schatten trat, als der des HipHops überdrüssig wurde. „Watch The Throne“ dokumentiert ihr jüngstes Gipfeltreffen, ihre Einheitsfeier und die ungebrochene Größe würdig vorgetragener Sprechgesänge.

Sounds der Musikgeschichte und nahen Zukunft

„What’s a king to a God / a God to a nonbeliever?“ fragt Frank Ocean von den Odd Futures, ein jugendlicher Gastrapper, anstatt am Thron zu sägen. Konkurrenten wie die Neptunes wurden eingeladen. Otis Redding kommt als toter Fürst zu Wort wie Curtis Mayfield. Beoyncé singt mit als nahe Angehörige.

Jay-Z und Kanye West beenden gegenseitig ihre Sätze: Sie beklagen eine gottlose Gesellschaft, warnen ihre Söhne vor den Medien und die Schwarzen vor sich selbst. Sie preisen Martin Luther King und Jesus, Malcolm X und Michael Jackson und sehen dabei mit Wohlgefallen auf ihr eigenes Königreich.

Begleitet von pompösen Sounds aus der Musikgeschichte und geschmackvollen Konsolenklängen aus der nahen Zukunft. Majestätisch.

Jay-Z & Kanye West: "Watch The Throne" (Def Jam).

5 von 5 Punkten