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Was wären die Doors ohne den toten Jim Morrison?

40 Jahre nach dem Tod ihres Sängers sind die Doors so erfolgreich wie nie. Die Liste der Neuveröffentlichungen wird mit einer "Collection" fortgesetzt.

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne: Als Jim Morrison vor 40 Jahren starb, ließ er die Doors zurück. Die Band verdient heute 100 Millionen Dollar jährlich, was ihr ohne ihren toten Sänger , säße er noch irgendwo als alter, dicker Dichter, nie vergönnt gewesen wäre.

Eigentlich waren die Doors im Frühjahr 1971 schon Geschichte, nach dem Album „L.A. Woman“. Ihr Vertrag mit der Elektra war erfüllt, ein neuer stand nicht auf der Tagesordnung. Bei den letzten Auftritte hatte Jim Morrison sich nur noch auf den Bühnenboden gewälzt, die Musikanten hatten ratlos vor sich hin georgelt.

Bevor sich der Sänger nach Paris absetzte und zum Bohemien wurde, schwärmte er von Musikmaschinen. Nach seiner Beerdigung feierte seine ehemalige Rockband ihre Wiederauferstehung. Seither sind mehr Aufnahmen erschienen als zu Lebzeiten.

Der Tonmeister Bruce Botnik, der den Klang der Doors wohl mehr geprägt hat als die Band, bringt seine Tage heute noch mit ihren alten Bändern zu. Mit Studioabfällen, Konzertmitschnitten und den ursprünglichen Tonspuren.

Zum Todestag hat er die 63 Stücke auf den amtlichen sechs Alben sorgfältig den Hörgewohnheiten von heute angepasst und die CDs wie Schallplatten als Edition verpackt. Von Durchbruch „Break On Through“ bis „Riders On The Storm“, dem Abgesang, der wiederum ein Auftakt war. Wer früher stirbt, ist länger tot.

The Doors: A Collection (Elektra)