Animationsfilm

Rotkäppchen stoppt verfettete Hänsel und Gretel

Im Animationsfilm "Das Rotkäppchen-Ultimatum" vermischen die Macher deutsche Märchen und Hollywood-Action. Leider mit wenig Erfolg.

Als 2006 um Weihnachten der Animationsfilm „Die Rotkäppchen-Verschwörung“ in die deutschen Kinos kam, floppte er in Deutschland mit nur 125.000 Zuschauern völlig. Im Mutterland von Rotkäppchen und dem bösen Wolf, fand man es wohl nicht so komisch, einen lieben, schusseligen Wolf zu sehen und Rotkäppchen als Actionheldin.

Aber solange der Dollar mit Sequels, Animationsfilm und 3-D Boom rollt, werden uns mittelmäßige, halbkomische und nur bedingt originelle Kinoware im Sommer überschwemmen wie jetzt „Das Rotkäppchen Ultimatum“. Dieses Produkt von der Stange scheint übrigens mehr für den britischen oder amerikanischen Markt zugeschnitten als für den deutschen.

So sind diesmal Hänsel und Gretel die Oberschurken, die der Großmutter unbedingt das Rezept von Supertrüffeln klauen wollen, und so die Weltherrschaft anstreben. Nur Rotkäppchen kann im Auftrag der „Happy End Agentur“ den bösen, verwöhnten, dicklichen Kindern noch das Handwerk legen.

Das klingt so hanebüchen wie es auf der Leinwand aussieht und ist weder besonders witzig noch originell. Interessant ist höchstens, dass es Amerikaner wohl immer noch sehr witzig finden, Hänsel und Gretel mit einem harten, deutschen Akzent auszustatten.

Trotz zahlreicher Anspielungen auf Actionfilme und Klassiker des Unterhaltungskinos, funktioniert es nie, Kinder wie Erwachsene auf unterschiedlichen Ebenen anzusprechen. Für die ganz Kleinen mag der Klamauk ja noch halbwegs witzig sein, für die Größeren Zuschauer ist er nur ermüdend und redundant.

Der 0-8-15 Soundtrack der meist wie Avril Lavigne für Arme klingt, tut ein Übriges, um den Zuschauer mit zunehmender Dauer zu nerven. Und wie überflüssig die meisten Filme in 3D sind, beweist „Das Rotkäppchen-Ultimatum“ nebenbei auch. Optisch kann dieser durchschnittlich, animierte Film auch in der 3.Dimension nicht überzeugen und so wirkt das ganze Werk nur wie ein Versuch, Kindern und ihren Eltern im Sommer das Kinogeld aus der Tasche zu ziehen. Gute Unterhaltung für die gesamte Familie sieht anders aus.