Filmkritik "Kiss and Kill"

Ashton Kutcher als CIA-Auftragskiller im Ruhestand

Autojagden, Kugelhagel, rasante Musik: Robert Luketics neue Komödie "Kiss and Kill" versucht es mit Action. Das ist kein großes Kino.

Das brave, wohlbehütete Bürgertöchterlein Jen (Katherine Heigel) macht - einer alten Jungfrau gleich - mit Mama und Papa Urlaub am Meer, als ihr am Strand der wohlgebaute Spence ( Ashton Kutcher ) begegnet. Hinter dem Rücken ihrer Eltern lässt sich die verklemmte Jen auf eine Romanze ein, während Spence hinter ihrem Rücken in geheimer Mission Helikopter in die Luft jagt und vor mysteriösen Gestalten flieht.

Drei Jahre später finden sich die beiden als solides Ehpaar in einer amerikanischen Kleinstadtidylle wieder. Spence, der mit seiner geheimnisvollen Vergangenheit gebrochen hat, ist glücklich mit der neuen friedlichen Existenz, übt einen harmlosen kleinen Normalo-Job aus, vergöttert seine Frau und trifft sich am Wochenende mit seinen spießigen Schwiegereltern. Doch dann, an seinem dreißigsten Geburtstag, versucht auf einmal bei der Party ein Nachbar, ihm die Gurgel durchzuschneiden und schwups geht es weiter mit den Verfolgungsjagden und dem Kugelhagel: mittendrin Jen, die die Welt und ihren Gatten nicht mehr begreift.

Spence entpuppt sich als untergetaucher CIA-Auftragskiller und die halbe prüde Nachbarschaft als von der CIA auf seinen Kopf angesetzt. Es gibt skurrile Momente in der zerbröckelnden bürgerlichen Saubermannwelt und eine Menge Ehezoff, der amüsiert. Wirklich einfallsreich ist all das wilde Geplänkel nicht, denn nur wenige Handlungselemente hat man nicht schon etliche Male auf der Leinwand gesehen. Dennoch nimmt die Story immer wieder die eine oder andere unvorhergesehene Wendung.

Ashton Kutchers schwaches Spiel, das sich im wesentlichen auf die Darstellung von cleaner, makelloser Schönheit reduziert, gleicht Katherine Heigl aus, die ihren Charme als Komödiendarstellerin zeigt, wie sie es seit „ Beim ersten Mal“ vor drei Jahren nicht mehr getan hat. Und als Schmankerl am Rande gefällt „Magnum“-Star Tom Selleck als kauzig-gestrenger Schwiegervater mit handfesten Geheimnissen.„Kiss and Kill“ ist so gewiss kein großes Kino, noch nicht einmal gutes, aber allemal temporeiche, flockig leichte Komödienunterhaltung. Prädikat: Hochsommertauglich.