Kinofilm "Auftrag Rache"

Mel Gibson startet ein grandioses Alterswerk

Viele Jahre konnte man Hollywood-Star Mel Gibson ("Lethal Weapon") nicht mehr auf der Kinoleinwand sehen. Jetzt startet er ein furioses Comeback. In "Auftrag Rache" spielt Gibson einen Polizisten, der den Tod seiner Tochter rächen will. Die Qualität dieses Thrillers erinnert an Clint Eastwoods große Spätwerke.

Nach sieben Jahren kehrt Mel Gibson zurück auf die Kinoleinwand und wirkt dabei so müde und so resigniert wie nie zuvor. Eigentlich will dieser stoisch seinen Weg gehende Polizist und Vater Thomas Craven nur wissen, warum seine Tochter sterben musste. Dass er dabei auch Rache nimmt, ist nur die Konsequenz aus seinen Fragen. Die Geschäftemacher, auf die er trifft, schrecken vor nichts zurück, und so muss Craven reagieren.

Action wird in "Auftrag Rache" fast zur Nebensache, für Gibson, dessen Körper ihren Anforderungen nur noch mit größten Anstrengungen standhält, sowieso, aber auch für seinen Regisseur Martin Campbell. Wie schon vor 25 Jahren bei der zugrunde liegenden BBC-Fernsehserie setzt Regisseur Martin Campbell eher auf Dialoge als auf Schusswechsel. Die sind eine Genre-Pflicht, die er auf wunderbar altmodische Weise mittels längerer Einstellungen und klarer Schnitte absolviert.

Das eigentliche Drama findet in kleinen, intimen Szenen statt, in denen Craven sich mit einem von Ray Winstone gespielten Agenten trifft oder versucht, einen skrupellosen Konzernchef (Danny Huston) aus der Reserve zu locken. Der Grundstein ist also gelegt. "Auftrag Rache" könnte für Mel Gibson der Auftakt eines grandiosen Alterswerks ganz im Stil Clint Eastwoods sein.