Komödie

Manchmal braucht man eine scheidungswillige Frau

"Die erfundene Frau": Endlich hat Danny die Liebe seines Lebens gefunden. Die Dame will allerdings ihre Vorgängerin kennenlernen.

Die Wut der frühen Jahre scheint verraucht. Die Zeiten, in denen Adam Sandlers Filmauftritte ihre Komik aus seinem oft vergeblichen Kampf gegen die gewalttätigen, zerstörerischen Impulse seiner Charaktere zogen, sind allem Anschein nach vorüber. Statt anarchischer Farcen wie „Happy Gilmore“ oder „Waterboy“ dreht er mit Dennis Dugans „Meine erfundene Frau“ lieber ein familientaugliches Remake der ein wenig antiquierten 60er-Jahre-Komödie „Die Kaktusblüte“.

Aus dem von Walter Matthau gespielten Zahnarzt ist der Schönheitschirurg Danny Maccabee geworden, dem einst das Herz in tausend Stücke gebrochen wurde und der seither nur an Affären interessiert ist. Also spielt er seinen Partybekanntschaften den von seiner Frau gepeinigten Ehemann vor und rührt so deren Herz.

Doch gerade bei der jungen Frau, in die sich Danny dann doch verliebt, zieht diese Masche nicht. Als Palmer Dodge (Brooklyn Decker) nach einer wundervollen Nacht Dannys Ehering entdeckt, zieht sie sich sofort zurück. Nun muss eine Ehefrau her, von der sich Danny zum Schein scheiden lassen kann. Und wer wäre für die Rolle geeigneter als seine langjährige Assistentin Katherine (Jennifer Aniston).

Gerade in den ungeheuer entspannten Szenen zwischen Sandler und Aniston findet Dugan zu einer wundervollen, extrem berührenden Komik, die auch vor einem Hauch Sentimentalität nicht zurückschreckt. So sollte erwachsenes Kino aus Hollywood aussehen. Doch bedauerlicherweise hat auch „Meine erfundene Frau“ noch ein zweites Gesicht, und das ist nur infantil und peinlich.