"Let's dance"

Halmich k.o, Liliana Matthäus echt gefühlvoll

Bei "Let’s Dance" machte Regina Halmich eine völlig neue Erfahrung: Knock-out in der ersten Runde. Viel besser machte es eine ehemalige Spielerfrau.

Nachdem die Moderatoren Sylvie van der Vaart – im vergangenen Jahr noch Finalistin – und Daniel Hartwich das Urteil des Fernsehpublikums verkündet hatten, trug sie ihre Niederlage mit Fassung. Lächelnd verabschiedete sich die frühere Box-Weltmeisterin Regina Halmich von der Tanzshow, bevor diese richtig losgegangen ist – quasi in der Aufwärmrunde. Dabei hatte die Darbietung der 34-Jährigen und ihres Partners Sergiy bei der Jury noch Anklang gefunden.

Passenderweise zur Einlaufmusik von Henry Maske, „Conquest of Paradise“, hatte das Paar einen langsamen Walzer aufs Parkett gelegt. Einzig für Joachim Llambi, der auch in diesem Jahr den Bohlen des RTL-Tanzsports geben darf, hätte es etwas mehr Grazie sein dürfen. „Deinem getanzten Drama fehlte das Happy End.“ Dem Auftritt letztlich auch. Da waren’s nur noch Neun.

Begonnen hatte die mittlerweile vierte Staffel der – laut RTL – erfolgreichsten Tanzsendung der Welt mit Teenie-Star Jörn Schlönvoigt. Anders als noch in den Proben verzichtete der Mädchenschwarm aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ darauf, seine Tanzpartnerin in die Notaufnahme zu tanzen. Stattdessen wirbelte er die am Kinn genähte Helena per Cha-Cha-Cha durch das Studio.

Das reichte für die nächste Runde, auch wenn Roman Frieling noch viel Luft nach oben sah. Mit nahezu durchweg bissigen Kommentaren scheint sich der Neuling in der Jury das Ziel gesetzt zu haben, Joachim Llambi den Rang des knallharten Fieslings ablaufen zu wollen. Gleich der zweiten Kandidatin zeigte er, woher bei ihm der Wind weht.

"Deine Kopfhaltung hat mehr von 'Jurassic Park' als von 'Let’s Dance'“, durfte sich Schauspielerin Andrea Sawatzki nach ihrem langsamen Walzer anhören. Für ein Weiterkommen reichte der unsichere und leicht steife Auftritt der ehemaligen "Tatort"-Kommissarin mit insgesamt 19 Punkten aber allemal.

Joachim Llambi brach für seine Verhältnisse in Jubelstürme aus

Auch Stabhochspringer Tim Lobinger walzerte sich und seine Partnerin Isabel in die nächste Runde. Sein eindrucksvoller Sixpack konnte dabei vor allem den dritten Mann im Jurybunde überzeugen. Design-Paradiesvogel Harald Glööckler fand die Darbietung schlicht „sensationell“.

Dass auch ein „Onepack“ (Llambi) zum Tanzen ausreicht, zeigte Deutschlands bekanntester Sohn: Klausi Beimer, alias Moritz A. Sachs. „Ich habe ein kleines Bäuchlein“, gab er freimütig zu. Danach brachte er mit Melissa eine der besten Leistungen des Abends auf die Tanzfläche. Joachim Llambi brach für seine Verhältnisse in Jubelstürme aus. „Takt, Schwung, Gefühl: Da passte alles.“

Weit weniger angetan war die Jury von den Tanzkünsten Kristina Bachs. „Steif wie ein Kleiderbügel“ und mit „eingedrehten Füßen wie beim Bananenschälen“ hatten die beiden Klartexter Llambi und Frieling die Schlagersängerin gesehen. Derweil blieb Glööckler diplomatisch und Motsi Mabuse – bei der vorigen Staffel als Tanzpartnerin von Guildo Horn aktiv – hatte sogar etwas Positives entdeckt: „Du hast tolle Beine.“ Die wird Bach auch in der kommenden Woche wieder zeigen dürfen. Dann vielleicht mit ausgedrehten Füßen.

Nach dem nächsten Tanzpaar wurde es dann kurz brenzlig. Nicht weil Bernd Herzsprung eine besonders gefährliche Interpretation des langsamen Walzer gezeigt hatte. Vielmehr plärrte plötzlich der Feueralarm los – Fehlalarm im Coloneum. Vom störenden Geräusch völlig unbeeindruckt gab die Jury ihr Votum zwischen „aus dem Takt“ und „Zauber in der Luft“ ab. Am Ende hatte sich der älteste, aber nach eigener Einschätzung fitteste Kandidat mit Nina in Runde zwei geschwoft.

Überraschung und zugleich Höhepunkt der Sendung war der Auftritt von Maite Kelly. Im Vorlauf hatte der zweitjüngste Spross von Irlands bekanntester Export-Familie noch von den Schwierigkeiten berichtet, die sie immer wieder mit ihrer Körperfülle hat. Mit dem ersten Takt von „I should be so lucky“ zeigte die 31-Jährige dann, was in ihr steckt: Rhythmusgefühl und Lebensfreude. Das Publikum honorierte den Cha-Cha-Cha mit stehenden Ovationen. Und auch die vier Juroren waren hingerissen. Mit dieser Leistung dürften Maite und ihr Eintänzer Christian zum Favoritenkreis gezählt werden.

Respektloser Hosenscheißer Thomas Karaoglan

Es kam Regina Halmich mit ihrem Drama ohne Happy End, gefolgt von Liliana Matthäus. Die jetzt doch Ex-Frau von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus gab sich im Einspielfilmchen bescheiden – ähnlich zurückhaltend auch ihre Darbietung mit dem Sieger des Vorjahres, Massimo. Dafür erntete sie Lob und den inoffiziellen Titel der gefühlvollsten Tänzerin des Abends. In den kommenden Wochen wird sie allerdings noch ein wenig mehr aus sich herausgehen müssen.

Mit Selbstinszenierung hat der abschließende Kandidat des Abends keinerlei Probleme. "DSDS"-Erzeugnis Thomas Karaoglan feierte sich schon vor dem ersten Tanzschritt hemmungslos ab. Der als „Checker“ bekannt gewordene Luftikus strotzte vor Selbstüberschätzung: „Toll, ein Spiegel! Da kann ich immer sehen, wie geil ich aussehe.“ Auch auf dem Parkett hatte er nur Augen für sich.

Wahrscheinlich wäre ihm nicht einmal aufgefallen, hätte man statt Sarah eine Schaufensterpuppe als schmückendes Beiwerk für seinen Ego-Cha-Cha-Cha („Ich nenne das den Party-Checker-Tanz.“) auf die Tanzfläche gestellt. Entsprechend gnadenlos ging Joachim Llambi im Anschluss mit dem braungebrannten Jüngling ins Gericht. „Du hast keinen Respekt vor Deiner Tanzpartnerin. Außerdem tanzt Du, als hättest Du in die Hose geschissen.“ Wenn es das Reglement zuließe, hätte der erzürnte Tanzprofi Minuspunkte verteilt.

Auch so checkte Karaoglan mit dem schlechtesten Gesamtergebnis der Jury ein. „Wahrscheinlich werden aber genug kleine Mädchen anrufen, damit Du weitermachen darfst“, schwante Llambi Böses. Er sollte Recht behalten. Am Ende war es an Regina Halmich, die Tanzschuhe wieder auszuziehen. Die neun verbliebenen Kandidaten können schon in der kommenden Woche die Fortschritte präsentieren, die sie in der Zwischenzeit gemacht haben.