Finnen-Pop

Sunrise Avenue bewundern Michael Schumacher

Der Hit "Fairytale Gone Bad" machte Sunrise Avenue weltbekannt. Doch Sänger Samu Haber will nicht so berühmt werden wie Michael Jackson.

Sunrise Avenue landeten 2007 mit „Fairytale Gone Bad“ einen Mega-Hit in Europa. Jetzt ist "Out Of Style", das dritte Album der finnischen Band, erschienen. Morgenpost Online traf den Sänger Samu Haber in Berlin und sprach mit ihm über Ruhm, schlüpfrige Fan-Geschenke, Shopping – und natürlich das neue Album.

Morgenpost Online: Was war die Inspiration für die neuen Songs?

Samu Haber: Das Leben und Gefühle.

Morgenpost Online: Ein Beispiel?

Haber: Wir hatten gerade 20 Songs geschrieben, die alle cool waren, aber nicht wirklich zu Sunrise Avenue passten. Es war der letzte Abend im Hotel, ich war hundemüde, wollte nach Hause. Vom Balkon habe ich auf die Hollywood Hills geschaut. Dann kam mir in Gedanken die Zeile „Bye Bye Hollywood Hills“ und so entstand der Song.

Morgenpost Online: 12 Songs sind auf dem neuen Album „Out Of Style“. Welcher gehört zu Ihren Favoriten?

Haber: „The Sweet Things“. Weil wir auf den Alben meist keine so tiefgründigen Texte haben. Und der hat wenigstens eine kleine Message. Das kommt bei Sunrise Avenue Songs nicht so oft vor. (lacht)

Morgenpost Online: Wie fühlt es sich an, dass die Fans über die Songs auch viel Privates erfahren?

Haber: Der Song auf dem letzen Album hieß nicht umsonst „Welcome to My Life“. Obwohl die Songs sehr persönlich sind, schreibe ich nie Dinge, die mich wirklich verletzen könnten. Einsamkeit und so fühlt jeder, kennt jeder.

Morgenpost Online: Hat sich die Musik von Sunrise Avenue seit dem ersten Album und der Erfolgssingle „Fairytale Gone Bad“ verändert?

Haber: Ja, schon. Beim zweiten Album waren wir etwas verloren. Zu viele Leute haben sich eingemischt. Aber jetzt haben wir musikalisch zurück zu unseren Wurzeln gefunden.

Morgenpost Online: Worin liegt der Unterschied vom ersten zum zweiten Album?

Haber: Beim ersten haben wir einfach gemacht, was wir wollten. Wurden von Plattenfirmen abgelehnt und haben trotzdem weiter gemacht. Beim zweiten Album waren wir nicht stark genug, das beizubehalten. Wir hatten einfach keinen Plan.

Morgenpost Online: Und jetzt?

Haber: Wir sind uns mit der Plattenfirma einig. Es sind keine Leute von außen dazu gekommen. Wir hatten mehr Kontrolle über das, was wir machen wollten.

Morgenpost Online: Apropos Kontrolle. Was halten Sie vom Internet in Bezug auf die Musik?

Haber: Das Netz ist Entertainment. Früher musste man vor dem König spielen und hoffen, dass er die Musik mag und heute gibt es alle möglichen Spielzeuge, um unsere Kunst zu vermitteln. Musikpiraterie ist nur ein kleiner Teil.

Morgenpost Online: Als Sie angefangen haben, Musik zu machen, wollten Sie berühmt werden?

Haber: Ruhm war verführerisch, aber ich bin klug genug zu wissen, dass es auch negative Seiten gibt. Wenn ich ein Stück von dem großen Kuchen abgegeben könnte, dann wäre es diese Öffentlichkeit.

Morgenpost Online: Warum?

Haber: Es wäre einfach schön, wieder unerkannt ein Eishockeyspiel sehen zu können und dem Schiedsrichter alle bösen Schimpfwörter zurufen zu können, die einem gerade so in den Kopf kommen, und niemand würde mich anstarren.

Morgenpost Online: Das geht nicht als Star. Aber wer gilt heute eigentlich noch als Superstar?

Haber: Madonna, Michael Jackson. Ich hoffe, ich werde niemals so berühmt wie Madonna oder Jackson. Ich würde wahrscheinlich vorher aufhören.

Morgenpost Online: Wer sind Ihre Idole?

Haber: Dave Grohl. Erst Nirvana und dann gründet er eine neue Band. Die Foo Fighters. Das ist keine so schlechte Bilanz.

Morgenpost Online: Wen bewundern Sie noch?

Haber: Menschen, die ihr Leben mit Leidenschaft leben. Michael Schumacher zum Beispiel. Der fährt immer noch dieses verdammte Auto, obwohl er es nicht mehr so gut macht.

Morgenpost Online: Fans haben Sie genug. Die Top 3 der schlüpfrigsten Fan-Geschenke?

Haber: Dildos und alles, was man sich irgendwo reinstecken kann. Zweitens: Nacktfotos. Und getragene Unterwäsche. Die will man nicht wirklich haben.

Morgenpost Online: Was machen Sie zur Entspannung?

Haber: Sport. Ich fotografiere. Und Shopping.

Morgenpost Online: Ein Shopping-besessener Mann?

Haber: Ja, Shopping ist großartig.

Morgenpost Online: Was haben Sie als letztes gekauft?

Haber: Die Jeans habe ich vor zwei Tagen gekauft. G-Star. Helsinki. Ich wollte gar nichts kaufen und dann bin ich doch mit der Jeans raus.

Sunrise Avenue: Out Of Style (EMI Music)