Universität der Künste

Künstler Ai Weiwei erhält Gastprofessur in Berlin

Der in China inhaftierte Künstler Ai Weiwei wird Gastprofessor an der Berliner Universität der Künste. Wann er die Stelle antreten wird, ist allerdings noch nicht abzusehen.

Der derzeit in China inhaftierte Künstler Ai Weiwei soll künftig als Gastprofessor in Berlin Kunststudenten unterrichten. „Wir hoffen, dass Ai Weiwei in Kürze seine Arbeit hier aufnehmen kann“, erklärte der Präsident der Universität der Künste, Martin Rennert, am Mittwoch in Berlin. Finanziert werde die zunächst auf drei Jahre angelegte Gastprofessur für Ai Weiwei aus Mitteln der landeseigenen Einstein-Stiftung Berlin.

Der Entscheidung seien mehrmonatige Verhandlungen vorausgegangen. Das Berufungsvorhaben laufe seit Dezember 2010, hieß es. Das Vorgehen der chinesischen Behörden habe bei den beteiligten Institutionen dazu geführt, die Berufung zu beschleunigen, hieß es. „Die Universität der Künste Berlin steht für die Freiheit der Kunst und mithin für die Freiheit der Künstler“, erklärte Rennert.

Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) würdigte Ai Weiwei als einen der bekanntesten zeitgenössischen Künstlerpersönlichkeiten, der nun in die Ausbildung junger Berliner Studierender eingebunden werden soll. Rennert betonte, Ai Weiwei zähle zu den international anerkannten und wichtigsten Vertretern der Gegenwartskunst. Der Künstler Olafur Eliasson, seit 2008 Professor an der Universität der Künste und Leiter des Instituts für Raumexperimente, erklärte, Ai Weiwei solle auch in die Arbeit seines Instituts eingebunden werden.

Der Zeitpunkt des Antritts der Professur ist unklar. „Wir hoffen, dass Ai Weiwei in Kürze seine Arbeit hier aufnehmen kann und danken der Einstein Stiftung für ihre Unterstützung,” so Rennert.

Ai Weiwei ist seit dem 3. April in Haft. Er war kurz nach der Eröffnung einer Ausstellung deutscher Museen in Peking festgenommen worden. Deswegen waren auch Stimmen laut geworden, die Ausstellung im Pekinger Nationalmuseum zurückzuziehen. Sein Atelier sei zerstört worden. Ihm werden von den chinesischen Behörden Wirtschaftsvergehen vorgeworfen, was von Menschenrechtlern als Vorwand kritisiert wird.

Mehrere Hundert Menschen demonstrierten am Dienstagabend in Kassel für die Freilassung Ai Weiweis. Als Zeichen der Verbundenheit mit dem Regimekritiker, der 2007 auf der Ausstellung documenta 1.001 Stühle aus der Qing-Dynastie und 1.001 Landsleute nach Kassel brachte, ließen sie eigene, mitgebrachte Stühle vom Kasseler Künstler Zaki Al-Maboren mit einem extra angefertigten Stempel versehen.