Schiller-Theater

Wagners "Walküre" begeistert gefeiert

Die Berliner Staatsoper feierte in ihrem Ausweichquartier Schiller-Theater Premiere für Richard Wagners "Walküre". Das Bühnenbild erinnert allerdings eher an "Star Trek" als an Walhalla.

Mit Richard Wagners „Walküre“ eröffnete Daniel Barenboim im Dezember 2010 die Spielzeit der Mailänder Scala. Am Sonntag hatte die Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden in Berlin Premiere. Das Bühnenbild und die Regie des Belgiers Guy Cassiers blieben weitgehend gleich, bei den Sängern gab es einige Umstellungen - allen voran René Pape in seinem Rollendebüt als Wotan.

Der Bass war im vergangenen Dezember indisponierrt, am Sonntag feierte ihn das Publikum im Ausweichquartier der Berliner Staatsoper, dem Schiller-Theater, umso begeisterter. Doch auch für den Neuseeländer Simon O'Neil, der in der Rolle des Sigmund als neue Wagner-Hoffnung gehandelt wird, sowie Anja Kampe als Sieglinde bekamen stürmischen Applaus.

Mit Videobildern und Laserstrahlen schaffen Cassiers und sein Bühnenbilder Enrico Bagnoli eine Stimmung, die eher an „Star Trek“ als an Walhalla erinnert. Die Regie beschränkt sich weitgehend auf die richtigen Effekte, Cassiers verzichtet auf Personenregie. Im Orchestergraben führt Barenboim die Staatskapelle Berlin souverän durch rund vier Stunden Musik.

Nach den Premieren von „Rheingold“ und „Walküre“ hat für die beiden kommenden Teile des „Ring des Nibelungen“ die Staatsoper den Premieren-Vorzug. Auch in Mailand wird Barenboim dann dirigieren, er ist dort als „Maestro Scaligero“ der wichtigeste Gastdirigent am Haus. Die Berliner „Walküre“ gehört zu den Festwochen der Lindenoper, die nach dem vorübergehenden Umzug das alljährliche Festival nun erstmals im Schiller-Theater feiert.