Massenpanik

60 Verletzte bei "DSDS"-Autogrammstunde

Vor einem Oberhausener Einkaufszentrum löste eine Autogrammstunde von "DSDS"-Kandidaten eine Massenpanik aus. Etwa 60 junge Menschen wurden verletzt.

Bei einer Massenpanik während einer Autogrammstunde der Kandidaten aus der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ („DSDS“) sind am Sonntagnachmittag in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) etwa 60 Menschen verletzt worden.

Die Polizei teilte am Abend mit, die Verletzten seien zwölf bis 17 Jahre alt und überwiegend weiblich. 28 Personen seien in Krankenhäuser gebracht worden, in Lebensgefahr schwebe niemand. Zunächst war von mindestens 80 Verletzten die Rede gewesen.

Stadtsprecher Ralf Terlau sagte, mindestens drei Personen hätten Knochenbrüche erlitten, vier seien bewusstlos geworden. Zu der Veranstaltung seien rund 4000 Personen von den Veranstaltern erwartet worden, etwa 15.000 seien gekommen. Die Veranstalter hätten lediglich 25 Sicherheitsleute angefordert.

Bereits unmittelbar nach Beginn der Veranstaltung seien wegen des Andrangs die Türen des Einkaufszentrums verschlossen worden, sagte Terlau. „Draußen ist dann aber noch weiter gedrückt und geschoben worden.“

Vielen der überwiegend weiblichen Fans sei in dem Gedränge die Luft weggeblieben. „Bei den meisten Verletzungen handelt es sich um Bagatellverletzungen“, sagte Terlau. Viele junge Besucher hätten nach einer kurzen Versorgung in Behandlungszelten, die die Feuerwehr vor dem Einkaufszentrum aufgebaut hatte, wieder nach Hause gehen können.

RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer sagte, mit einem so großen Andrang bei der Autogrammstunde habe niemand rechnen können. „Das tut uns sehr leid. Wir überlegen, wie wir die Fans trösten können."

Laut bild.de war das Sicherheitspersonal dem Ansturm nicht gewachsen. Es sei zu Gedränge gekommen, wobei es die ersten Verletzten gegeben habe. Die Polizei habe angeordnet, die Veranstaltung zu beenden. Daraufhin sei es auch zu Übergriffen auf die Beamten gekommen, bei denen Stühle und andere Gegenstände geflogen seien.

Augenzeugen berichteten von chaotischen Zuständen. Die ersten Rettungswagen seien erst rund eine Stunde nach der Panik eingetroffen.

Im Sommer 2010 hatte es ebenfalls in Nordrhein-Westfalen bei der Loveparade in Duisburg eine Massenpanik gegeben. Dabei waren 21 Menschen ums Leben gekommen.