Fantasy

Nicolas Cage hat immer Ärger mit den Zombies

Oscar-Preisträger Nicolas Cage verliert sich einmal mehr in Action – in "Der letzte Tempelritter" im pestverseuchten Mittelalter.

Von Ausnahmen wie "Bad Lieutenant" abgesehen bedeutete das Auftreten von Oscar-Preisträger Nicolas Cage im US-Blockbusterkino zuletzt meistens überproduziertes Actionkino von der Stange. Der mit europäischen Geldern finanzierte Mittelalter- und Fantasy-Thriller "Der letzte Tempelritter", in Budapest und Salzburg gedreht, stellt leider keine Ausnahme dar. Hauptfiguren sind die Tempelritter Behem und Felson, die nach Kreuzzugs-Gemetzeln im Heiligen Land desillusioniert nach Europa zurückkehren.

Auf dem Heimweg werden sie mit den verheerenden Auswirkungen des Schwarzen Todes konfrontiert (obwohl die Pest in der Realität erst 100 Jahre nach den Kreuzzügen wütete). Nachdem man die Deserteure in einer Stadt an ihrem Schwert identifizierte, bringen Soldaten sie zu dem stark deformierten Kardinal d’Ambroise (der unverwüstliche Christopher Lee). Dieser zwingt sie, eine vermeintliche Hexe (Claire Foy) als Urheberin des Pestausbruchs zu einem entlegenen Kloster zu bringen, weil man ihr nur dort wirksam den Teufel austreiben könne.

Auf ihrer Odyssee werden die unerschrockenen Söldner vom abgebrühten Ritter Eckhart, dem feindlich eingestellten Mönch Debelzaq, dem ortskundigen Gauner Hagamar sowie, als Identifikationsfigur, einem angehenden, eigensinnigen Ritterlehrling begleitet. Streckenweise gelingt es Actionspezialist Dominic Sena, mit bewährten Gefahrensituationen oder anhaltenden Differenzen innerhalb der Gruppe Dramatik zu erzeugen. Im Mittelteil entwickelt sich der Abenteuerstoff zur nicht unspannenden, übersinnlichen Variante der "Glorreichen Sieben", wobei das Team auf dem sinistren Pfad zunehmend dezimiert wird.

Es fällt einmal mehr Ron Perlman zu, die dramatischen Situationen mit beiläufiger Ironie zu kommentieren, während Nicolas Cage wie gehabt auf eine grimmig-gramzerfurchte Miene setzt. Leider beantwortet das Werk die Frage nach der Existenz des Bösen schon im Prolog, wenn eine verschrumpelte Hexe – besenfrei – durch die Lüfte schwebt. Das Gleiche gilt für die Frage, ob das junge Mädchen im Käfig wirklich mit dem Satan in Bunde steht. Denn schnell beginnt das kleine Biest, Zwietracht zu säen, da sie "Verletzungen im Herzen" erkennen kann.

Nachdem die Expedition von einem Rudel monstermäßiger Wölfe attackiert wurde, erreicht sie ihr abgelegenes Ziel. Im lärmenden Finale verkommt der Kloster-Endkampf gegen fliegende Mönch-Zombies und hämische Dämonen, übergossen von einer bombastischen Symphoniesoße, zur albernen Geisterbahneinlage. Der forcierte Hexenzauber nebst überflüssiger Liebesgeschichte wirkt da nur noch lächerlich. Sowohl die Startverschiebungen wie auch die ursprüngliche Laufzeitangabe von 113 Minuten – ohne Nachspann bringt es das Getöse nicht einmal auf 90 – lassen auf Nachbearbeitungen schließen; genutzt hat es nicht.