Animation

"Die Tigerentenbande" übt Matschkugelwettschießen

Shootout mit dem Mäusesheriff: Pünktlich zum 80. Geburtstag von Janosch kommen seine Geschöpfe auf die große Leinwand.

Der unsichtbare Indianer folgt Hannes Strohkopp auf Schritt und Tritt. So tapfer wie sein Schatten-Häuptling wäre auch Hannes gerne, doch leider ist er eher ein „Häuptling Schlotterknie“. Diesen ehrenrührigen Beinamen jedenfalls haben ihm die Gringos in der Schule verpasst – und wenn Hannes den Titel jemals wieder loswerden will, muss er dem hinterhältigen Mäusesheriff Browning ein Barthaar ausreißen. Schlotter, schlotter.

Wer sich im unschuldigen Janosch-Kosmos zuhause fühlt, wird spontane Sympathie für den Antihelden Hannes spüren, dessen Verwandtschaft mit den Charlie Browns dieser Welt offenkundig ist. Indianerkräfte wachsen Hannes erst zu, als er sich einen unsichtbaren Schatten zulegt. Doch schnell wird seiner Tigerentenbande mit Erfinderin Laika und den Mäusen Tütü und Schischi klar, dass ein starker Hannes nicht unbedingt der sympathischere Freund ist. Auch Hannes selbst wird sich zunehmend unheimlich. Doch bis zur Janosch-reifen Erkenntnis „Wenn Du Freunde hast, brauchst Du Dich vor nichts zu fürchten“, ist es für den Jungen noch ein Stück hin.

Rechtzeitig zum 80. Geburtstag des großen Geschichtenerzählers Janosch am 11. März kommt „Die Tigerentenbande“ in die Kinos. Regisseurin Irina Probost erzählt in ihrem 65-minütigen Streifen keine runde Geschichte mit Spannungsbogen. Vielmehr besteht ihr klassischer 2D-Film aus einer Ansammlung niedlicher Episoden aus dem Banden-Leben für die jüngsten Kinogänger. Denen dürfte die Tigerentenbande aus einer Kika-Animationsserie vertraut sein, und auch der Kinofilm wirkt wie ein Zusammenschnitt von TV-Folgen.

Höhepunkt ist die Entführung der Tigerente durch den Mäusesheriff und ihre Befreiung durch die Bande. Und natürlich vertraut die Regisseurin auf schräge Janosch-Einfälle wie die Schrumpfmaschine und ein Matschkugelwettschießen. In jeder Hinsicht farbig sind die 8Figuren, die optisch ein wenig glatter wirken als die Buch-Originale, doch mit Liebenswürdigkeit punkten. In Hannes’ Lehrer Birkenpappel etwa wird der Fan eine nette Karikatur des Autors Janosch erkennen.

Insgesamt ein hübscher und gänzlich harmloser Kinospaß. Ob das so ganz im Sinne des anarchisch-frechen Tigerenten-Erfinders ist?