Pergamonmuseum

Sphinx-Rückgabe - Berlin bietet Türkei Treffen an

Im April sollen ausführliche Gespräche über die Sphinx von Hattuscha stattfinden. Die Türkei fordert die Skultptur ultimativ zurück. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) deutete nun an, dass die Verhandlungen wohl mit einer Rückgabe enden werden.

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Die Rückgabe der kostbaren Sphinx von Hattuscha aus dem Berliner Pergamonmuseum an die Türkei rückt. Das deutete Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem türkischen Kulturminister Ertugrul Günay an: Eine Lösung halte er für möglich, „da es sich dabei um einen nicht vergleichbaren Einzelfall handelt, aus dem Rückschlüsse auf sonstige Rückgabefragen nicht gezogen werden können“. Bereits vor zwei Wochen hatte sich der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) für die Rückgabe ausgesprochen.

Bei dem Gespräch am Dienstagabend im Kanzleramt hätten beide Seiten ihre Bereitschaft bekräftigt, in dieser Frage eine Einigung und Lösung herbeizuführen, sagte Neumann. Mitte April solle es in der Türkei dazu ein Treffen auf Arbeitsebene geben, an dem auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, teilnehmen solle. Auf diesem Treffen solle insbesondere die Intensivierung der deutsch-türkischen Zusammenarbeit im Museumsbereich wie auch bei archäologischen Ausgrabungen erörtert werden.

Günay hatte eine Rückgabe der Sphinx bis Juni gefordert und gedroht, ansonsten werde dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) die Grabung in Hattuscha entzogen. Die Sphinx von Hattuscha wurde 1907 bei türkischen Grabungen gefunden, an denen deutsche Archäologen beteiligt waren. 1915/1917 wurde sie zur Restaurierung und wissenschaftlichen Erforschung an das Vorderasiatische Museum nach Berlin geschickt. Seit 1934 steht sie als Zeugnis der hethitischen Hochkultur in Berlin.

Die Türkei hatte die Skulptur seit 1938 mehrfach zurückgefordert. Anders als sonst oft üblich hatte es bei den Ausgrabungen in Hattuscha keine Fundteilung gegeben. Dabei wird vereinbart, welche Fundstücke die ausländischen Geldgeber mitnehmen dürfen und was im Heimatland bleibt. Die Nofretete beispielsweise wurde der deutschen Seite ausdrücklich zugesprochen.