Popmusik

Überraschende Vergangenheitsreise von Tahiti 80

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Foto: PR / PR/Archiv

Schon zu Zeiten Serge Gainsbourgs waren Tahiti 80 aktiv. Nun legen sie ein Album mit zauberhaften musikalischen Geschichten vor.

Als noch nicht alle Welt vom French Pop sprach, und wenn, dann von Vanessa Paradis und Johnny Hallyday oder im besten Fall über den früh verstorbenen Serge Gainsbourg, waren Tahiti 80 schon aktiv. Sie musizierten an der Universität von Rouen, im hohen Norden Frankreichs. 1993 fing die Gruppe damit an. Xavier Boyer, ihr Vordenker und Sänger, ließ sie in den sechziger Jahren schwelgen.

In der Zeit, als alle Welt über den jungen Gainsbourg sprach und die noch jüngere Francoise Hardy. In aller Ruhe nahm die Band seither fünf Platten auf, darunter „Puzzle“ mit der Hymne „Mr. Davies“ für Ray Davies von den Kinks. Boyer stellte auch Sammlungen zusammen mit obskurem Pop und Jazz der Sechziger.

Selbst aktuelle, fremde Stücke remixte er, bis sie klangen wie Musik zu Fernsehserien mit Frauen in Miniröcken. Umso überraschender, dass man sich mit Tahiti 80 plötzlich in den achtziger Jahren wieder findet: Zwischen elektronischen Geräten nehmen ihre Stücke irritierende Wendungen. Sie klingen deutlich kühler.

Aus der vierköpfigen Band ist ein Sextett geworden mit mehr Synthesizern. Wie Xavier Boyer erklärt, bezieht der Albumtitel sich auf eine Schrift von Peter Saville, der das Bild der Achtziger geprägt hat mit den Plattenhüllen für New Order, Joy Division und die Firma Factory: „Die Vergangenheit ist das Resultat kräftiger Wurzeln.

Die Gegenwart sind wir selbst im Hier und Jetzt. Und das Mögliche ist unsere Interpretation der Zukunft.“ Auf „The Past, The Present & The Possible“ befinden sich aber vor allem zauberhafte musikalische Geschichten, die „Gate 33“ heißen oder „4am“, und die in Frankreich ebenso zu Hause sind wie in der Welt. Drei von fünf Punkten.

Tahiti 80: The Past, The Present & The Possible (Human Sounds)