"Goldene Himbeere"

Deutscher ist schlechtester Regisseur der Welt

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Die Preisverleiher verhöhnten ihn als "teutonischen Eumel des Weltkinos": Der deutsche Regisseur Uwe Boll wurde für seine jüngsten Filme mit der "Goldenen Himbeere" bestraft. Zugleich musste er die zweifelhafte Ehrung für sein Lebenswerk einstecken. Vielleicht ein Trost: Auch Hollywood-Stars bekamen den Spottpreis.

US-Starlet Paris Hilton ist am Vorabend der „Oscar“-Verleihung für ihre schauspielerischen Experimente mit dem Spottpreis „Goldene Himbeere“ abgestraft worden. Bei der Verleihung am Samstagabend in Hollywood erhielt die Hotelerbin gleich dreimal die zweifelhafte Ehrung. Für ihre Rolle in dem Film „The Hottie and the Nottie“, dem die britische Zeitung „Daily Mirror“ „monumentale Scheußlichkeit“ bescheinigte, gewann Hilton in der Kategorie „schlechteste Schauspielerin“ sowie in der Kategorie „schlechtestes Leinwand-Paar“. Die „Goldene Himbeere“ für die schlechteste weibliche Nebenrolle erhielt sie für ihren Auftritt in dem Film „Repo: The Genetic Opera“, den Kritiker ebenfalls mit Verachtung quittiert hatten.

Hiltons männliches Pendant am Samstagabend war der US-Schauspieler Mike Myers, der für seinen Film „The Love Guru“ ebenfalls mit drei „Goldenen Himbeeren“ disqualifiziert wurde: Der „Austin-Powers“-Darsteller erhielt für seinen Streifen über einen Eishockeyspieler, der mit Hilfe eines Gurus zu Glück und Erfolg kommt, den Spottpreis in den Kategorien „schlechtester Schauspieler“, „schlechtester Film“ und „schlechtestes Drehbuch“. Die „New York Times“ hatte Myers' Film als „geradezu anti-lustig“ verrissen.

Der als „teutonischer Eumel des Weltkinos“ verhöhnte deutsche Regisseur Uwe Boll wurde für seine drei Filme von 2008 mit der „Goldenen Himbeere“ für den schlechtesten Regisseur bestraft und musste zugleich die zweifelhafte Ehrung für sein Lebenswerk einstecken. Alles, was Boll mache, sei einfach „scheußlich“, hatte der Initiator der Goldenen Himbeere, John Wilson, bei der Bekanntgabe der Nominierungen vor einem Monat gesagt. Bolls Fantasy-Film „Schwerter des Königs“ war gleich in vier Kategorien nominiert gewesen.

Eine „Goldene Himbeere“, auch „Razzie“ genannt, ging zudem an den früheren James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan für seine Rolle im ABBA-Musikfilm „Mamma Mia“ sowie an Star-Regisseur Steven Spielberg, dessen Film „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ als „schlechtestes Remake“ gebrandmarkt wurde. Der Schmähpreis „Goldene Himbeere“ wird jedes Jahr am Vorabend der „Oscar“-Verleihung als Parodie auf die weltweit begehrteste Filmtrophäe vergeben. Die mit goldener Farbe angesprühte Himbeer-Statue ist nach Angaben der Organisatoren 4,79 Dollar wert.