Berliner Konzert

Fleetwood Mac spielen sich in die 70er zurück

Es war, als wollten Sie einfach nicht mehr aufhören. Fleetwood Mac spielten am Montagabend in Berlin gut drei Stunden lang, bevor sie die Zuschauer aus der ausverkauften 02 World nach Hause gehen ließen. Neuigkeiten gab es allerdings nicht. Angenehm – aber auch ein bisschen von gestern.

Foto: AFP

Sie spielten, spielten und spielten. Am Montagabend gab die britisch amerikanische Band Fleetwood Mac in der ausverkauften O2-World ein knapp dreistündiges Konzert, das einmal quer durch ihre bewegte Karriere führte. Weil es kein neues Album zu bewerben galt, gab es angenehmer Weise auch keine neuen Songs.

Der Schwerpunkt lag auf Stücken aus den mittleren bis späten 70er-Jahren, denn damals hatten Fleetwood Mac mit den Alben „Fleetwood Mac“, „Rumours“ und „Tusk“ ihre beste Zeit. Es war auch die Zeit, der sich die Band mit großer Hingabe gegenseitig das Leben schwer machte, immerhin bestand das damalige Quintett aus zwei Paaren, die sich gerade trennten, hassten und wieder versöhnten. Musikalisch führte das zu wunderbaren Ergebnissen, zwischenmenschlich muss es der wahre Horror gewesen sein, wie Gitarrist Lindsay Buckingham mehrfach in der O2-World betonte.

Doch die Zeit heilt manche Wunde, führt aber nicht immer auf die richtige Bahn. Weshalb es mitunter schwer mit anzusehen war, wie Buckingham sich als Gitarrengott gerierte und ein Bühnengebahren an den Tag legte, das vielleicht irgendwann in den Siebzigern angemessen gewesen sein mag. Sängerin Stevie Nicks, an der offensichtlich der jahrzehntelange Kokainkonsum nicht ganz spurlos vorbei gegangen ist, wirkte geradezu rührend, wie sie in ihren Feenkleider, Tüchern und Lametta behangenen Handschuhen Titel wie „Landslide“, „Rhiannon“ und „Sara“ zu Gehör brachte.