Deutsche Sprache

Die Bahn wird verständlicher - dank Bastian Sick

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Die Deutsche Bahn hat so einieg Probleme mit der deutschen Sprache - zumindest wenn es um Durchsagen geht. Doch hier schafft der Konzern nun Verbesserungen: dank Autor Bastian Sick.

Die meisten Menschen haben sich schon darüber geärgert - über das unverständliche Deutsch von Bahndurchsagen. Da ist die Rede von "Fahrzeitverlängerung" statt Verspätung. Oder: "Es fährt ein: S46 nach dieser Zug endet hier". Jetzt hat es der Hamburger Autor Bastian Sick ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod") geschafft, die Durchsagen, die bislang meist Schmunzeln oder ungläubiges Kopfschütteln hervorgerufen haben, zu verbessern.

Nach einem Auftritt in Berlin, wo der 45-Jährige über unsinnige Ansagen bei der Bahn referiert hatte, sei eine Frau auf ihn zugekommen. "Sie sagte, sie arbeite in der Kommission, die diese Ansagen festlegt", erzählte Sick. "Ich dachte, jetzt macht die gleich ihr Handtäschchen auf und nimmt so einen Damenrevolver und erschießt mich. Aber das Gegenteil war der Fall! Sie gab mir ihre Visitenkarte und sagte, sie würden gerade die Ansagen überarbeiten auf Basis meiner Kolumne. Seither sagt man bei der Bahn jetzt wieder: 'Wir bitten um Entschuldigung' statt 'Wir bitten um Ihr Verständnis'. Darauf bin ich richtig stolz."

Der Bestseller-Autor hat die Deutschen offenbar sprachlich sensibilisiert. "Ich bekomme in einem Maße Fundstücke zugeschickt, dass ich es alleine gar nicht mehr bewältigen kann", sagte Sick. "Ich habe inzwischen drei Mitarbeiter angestellt, die diese Fundstücke sortieren."

Bastian Sick startet am Freitag seine Deutschlandtour mit dem neuen Programm "Nur aus Jux und Tolleranz". Am 1. März gastiert der ehemalige Korrektor und Schlussredakteur in der Universität der Künste in Berlin.

( dpa )