Verleihung

"Goldene Kamera" an Tukur, Loos und Jauch

Stars und Sternchen bei der 46. Verleihung der Goldenen Kamera in Berlin. Zu den Preisträgern der Programmzeitschrift „Hörzu" zählten auch Renée Zellweger, John Travolta und Lena.

Wenn in Berlin die Goldene Kamera verliehen wird, gehen Träume in Erfüllung. Nicht nur auf der Bühne, wo die Preisträger stolz die begehrte Trophäe in Empfang nehmen, sondern auch schon vorab, auf dem roten Teppich. Dort traf gestern im Verlagshaus der Axel Springer AG die Mutter der Nation, Marie-Luise Marjan, auf den US-Schauspieler John Travolta. Umringt von Bodyguards bekam Mr. Pulp Fiction gar nicht mit, dass Mutter Beimer beglückt auf ihn zustürzte. Eine filmreife Szene: Lindenstraße trifft Hollywood – nur leider ohne Happy End. „Schade, dass ich ihn nicht sprechen konnte, aber Hollywood muss man in Berlin doch begrüßen“, sagte Marie-Luise Marjan nach ihrem erfolglosen Annährungsversuch.

Zur 46. Verleihung der Goldenen Kamera kamen alle, die man aus Film und Fernsehen kennt. Suzannne von Borsody, die schon zwei Kameras zu Hause hat, sagte: „Hier muss man hingehen. Hier stimmt einfach die Mischung aus Glamour und Relevanz.“ Bestsellerautor Ulrich Wickert stimmte zu: „Unter den Publikumspreisen gibt es in Deutschland nichts Größeres und Seriöseres.“ Ein Abend, der vielen unter die Haut geht. Barbara Schöneberger sagte: „An so einem Abend bin ich immer total gerührt und kann die Tränen nicht zurückhalten.“ Von solchen Gänsehautmomenten hatte die diesjährige Verleihung wieder einige zu bieten: Der Ausnahmeschauspieler Armin Mueller-Stahl sollte für sein Lebenswerk geehrt werden. Bei seiner Ankunft auf dem roten Teppich scherzte er: „Offensichtlich ist jemand auf meine Arbeit aufmerksam geworden.“ Eine weitere bewegende Ehrung: Die Goldene Kamera für das Lebenswerk von Michael J. Fox. Viele deutsche Stars zeigten sich zutiefst beeindruckt von seiner Haltung: „Dass er so öffentlich mit seiner Krankheit umgeht, hilft vielen, die selbst an Parkinson erkrankt sind“, sagte Schauspielerin Susanne Lothar. Ihre Kollegin Gesine Cukrowski stimmte zu: „Seine Stärke ist bemerkenswert.“ Aber nicht nur das. Sowohl für Model Franziska Knuppe als auch für Schauspieler David Kross gehört er zu den Stars, die sie ein Leben lang begleitet haben. Seine Filme wie „Zurück in die Zukunft“ sind zu Klassikern der Kinogeschichte geworden.

Auch die deutschen Kollegen haben Grund zu feiern. Anna Loos und Ulrich Tukur wurden mit der Goldenen Kamera als beste Schauspieler ausgezeichnet. Anna Loos jubelte: „Ich habe nichts aufgeschrieben. Ich bin ziemlich gut erzogen, und weiß, wem ich zu danken habe“, sagte sie. An ihre Tochter gewandt, fügte sie hinzu: „Liebe Lilly, Du musst jetzt ein halbes Jahr Röcke und Kleider tragen, Du hast verloren, haha.“ Viel zu lachen hatte auch Ulrich Tukur. „Ich bin überwältigt, ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich gewinne“, sagte er. Leider verstand man nur den ersten Teil seiner Dankesrede. Dann fiel sein Mikrofon aus. Das gehört eben zu einer Live-Sendung dazu – wie auch die ewige Frage, wer was trägt. Nicht jeder ist stilsicher. So kam Tatort-Kommissarin Simone Thomalla als pinkfarbener Knallbonbon – leider war das Kleid nicht extravagant, aber dafür eine Nummer zu klein. Die Frau von Günther Jauch, Thea Jauch, trug anders als im Dresscode vorgesehen nur ein knielanges Kleid in Animalprint.

Der wegen seiner Scientology-Mitgliedschaft nicht unumstrittene Schauspieler John Travolta sieht die Preisverleihung von der geschäftlichen Seite: „Es ist gut fürs Geschäft“, sagte er unverblümt auf die Frage, was ihm der Preis bedeutet. Wenigstens ist es dann nicht schade, wenn er die lange Partynacht nicht mit erleben konnte: „Ich fliege direkt zurück in die USA. Ich darf das Superbowlfinale nicht verpassen“, sagte er. Selbstverständlich fliegt der passionierte Pilot selbst zurück nach Hollywood.