Virtueller Rundgang

Art Project - Google geht in Berliner Museen

Mit dem „Google Art Project" macht der Suchmaschinenkonzern insgesamt 17 Museen virtuell zugänglich. Deutschland ist mit zwei Häusern aus Berlin vertreten, der Gemäldegalerie und der Alten Nationalgalerie. Und das ist erst der Anfang.

Die Sache funktioniert wie Google Street View, nur ohne Autos: Der Suchmaschinenkonzern Google hat virtuelle Rundgänge in insgesamt 17 internationalen Kunstmuseen produziert. Über ein speziell eingerichtetes Portal kann man sich durch die Säle bewegen und Bilder anschauen - in Berlin sind die Gemäldegalerie und die Alte Nationalgalerie auf diese Art begehbar. Jeweils ein Kunstwerk wurde mit hochauflösender Fototechnik augenommen. Aus den Berliner Museen kann man Hans Holbeins d. J. "Der Kaufmann von Gisze" aus dem Jahr 1532 und Edouard Manets Gemälde "Im Wintergarten" von 1879 so betrachten.

Die digitalen Aufnahmen der Bilder können derart vergrößert werden, dass etwa im Auge der Dame auf dem Manet-Bild Risse, Pinselduktus und selbst die Struktur der Leinwand unter der Farbe sichtbar werden: Das Bild hat eine Auflösung von sieben Milliarden Pixeln. Details wie der lateinische Vers, der in dem Holbein-Gemälde links oben über dem dargestellten Kaufmann zu sehen ist, lässt sich entziffern. Dutzende weitere Bilder wurden – in geringerer Auflösung – ebenfalls digitalisiert. Zu den Kunstwerken und den Museen gibt es weiterführende Informationen als Bild, Text, Audio-Datei und Video.

Die Rundgänge produzierte Google mit speziellen Rollwagen. Die funktionieren ähnlich wie die Streetview-Autos: Rundum-Kameras nahmen von bestimmten Punkten aus die Säle auf; zusätzlich wurden mehrere Dutzend Bilder gesondert mit leistungsfähigen Digitalkameras abfotografiert. Für die in besonders hoher Qualität aufgenommenen Bilder kam Spezial-Fototechnik zum Einsatz. Nutzer können über die 360-Grad-Ansichten innerhalb der Museen navigieren und sich zudem eine persönliche Sammlung zusammenstellen und die Bilder mit anderen teilen. Zugänglich sind insgesamt 1062 hochauflösende Bilder von fast 500 Künstlern in 385 Galerieräumen.

Das Google Art Project in Berlin

In einer Mitteilung von Michael Eissenhauer, dem Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), heißt es: "Wir arbeiten intensiv an der Digitalisierung unserer Bestände. Die Zusammenarbeit mit Google ermöglicht uns nun, die Schätze der Gemäldegalerie und der Alten Nationalgalerie in völlig neuer Form für ein Weltpublikum erlebbar zu machen.″

An dem Google-Portal sind neben den beiden Berliner Häusern noch beteiligt: Die Freer Gallery of Art in Washington DC, die Frick Collection in New York, das Metropolitan Museum of Art in New York, das Museum of Modern Art in New York, das Museo Reina Sofia in Madrid, das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, das Museum Kampa in Prag, die National Gallery in London, das Schloss Versailles, das Rijksmuseum in Amsterdam, die Staatliche Eremitage in St. Petersburg, die Staatliche Tretjakow-Galerie in Moskau, die Tate Britain in London, die Uffizien in Florenz und das Van Gogh Museum in Amsterdam.