Ende des Rechtsstreits

Joachim Unseld trennt sich von Suhrkamp-Anteilen

Der bisherige Teilhaber am Suhrkamp Verlag, Joachim Unseld, trennt sich nach Informationen von Morgenpost Online von seinen Anteilen. Unseld veräußert sein Erbe unter anderem an Ulla Berkéwicz, die Witwe des Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld. Damit beendet Unselds Sohn Joachim einen langwierigen Streit.

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Die zahlreichen und langwierigen juristischen Konflikte zwischen den Gesellschaftern des Suhrkamp Verlags sind beendet. „Ich habe mich von meinen Anteilen getrennt“, sagte Joachim Unseld, dem bislang 20 Prozent des Frankfurter Verlagshauses gehörten, zu Morgenpost Online.

Die Anteile gehen, wie Verlagssprecherin Tanja Postpischil bestätigte, zu gleichen Teilen an die beiden anderen Mitgesellschafter, also an Ulla Berkéwicz – die Witwe des Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld – und die Medienholdung AG Winterthur, die vor einigen Jahren von dem Hamburger Investor Hans Barlach erworben wurde.

Die Veräußerung der Anteile tritt sofort in Kraft. Damit sind die gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Joachim Unseld und den beiden anderen Gesellschaftern außergerichtlich beendet worden. Ulla Berkéwicz hatte im Februar 2009 bekannt gegeben, dass sie Suhrkamp vom angestammten Standort in Frankfurt am Main ab 1. Januar 2010 nach Berlin übersiedeln wolle.

Barlach hatte sie dabei unterstützt, doch Joachim Unseld wehrte sich juristisch gegen den Umzug. Ebenfalls gab es Streit über den Verkauf des Suhrkamp Archivs an das Deutsche Literaturarchiv (DLA) in Marbach. DLA und Suhrkamp gaben Ende Oktober 2009 bekannt, dass sie handelseinig geworden seien. Doch Joachim Unseld wandte sich mit rechtlichen Mitteln auch gegen dieses Geschäft.

Er war, obwohl Miteigentümer, von den beiden Handelspartnern um seine Einwilligung zum Verkauf nicht gefragt worden. Über den Preis für die Veräußerung der Anteile war von beiden Seiten nichts zu erfahren. Mit der Anteilsveräußerung steht dem Umzug des Verlags nach Berlin nun zumindest juristisch nichts mehr im Wege.