Berliner Pergamon-Museum

Türkei fordert ultimativ Rückgabe von Sphinx

Die Sphinx von Hattuscha aus dem Pergamon-Museum soll in die Türkei zurückkehren. So fordert es der türkische Kulturminister. Er droht mit Konsequenzen, sollte Deutschland nicht auf die Forderung eingehen.

Der türkische Kulturminister Ertugrul Günay hat Deutschland ultimativ aufgefordert, die im Berliner Pergamon-Museum aufbewahrte Sphinx von Hattuscha zurückzugeben. Sonst werde dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) die Lizenz für Grabungen in Hattuscha entzogen, zitierte die türkische Tageszeitung „Aksam“ den Minister.

Deutsche Archäologen hatten in Hattuscha, der Hauptstadt der Hethiter, vor 104 Jahren mit Grabungen begonnen. In Berlin steht noch eine von zwei gefundenen Sphinxen aus Stein. Weder die Stiftung Preußischer Kulturbesitz noch das Auswärtige Amt wollten sich zunächst zu den Forderungen äußern.

Bereits seit längerer Zeit fordert die ägyptische Antikenverwaltung in Kairo die Nofretete zurück. Zuletzt mischte sich sogar Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in den Streit ein uns sagte, seinem ägyptischen Amtskollegen Kollege Achmed Abdul Gheit, die Nofretete werde in Berlin bleiben. Die Büste sei nicht nur „rechtmäßiges Eigentum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz“, sondern außerdem nach Expertenmeinung für einen Transport „zu zerbrechlich“, sagte Westerwelle in Kairo. „Deshalb ist es im Interesse dieses Kulturschatzes der Menschheit, dass er keinem Risiko ausgesetzt wird.“

Auch Achmed Abdul Gheit war um Entspannung bemüht. Natürlich gebe es in Ägypten den Wunsch, die eigene Geschichte aus erster Hand kennenzulernen. Die „Größe der ägyptischen Geschichte“ spiegele sich aber auch in den Fundstücken wieder, die in europäischen oder amerikanischen Museen ihren Platz gefunden hätten. Die Forderung nach einer baldigen Rückkehr erhob Gheit nicht.

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