Trauerfeier

Familie nimmt Abschied von Christoph Schlingensief

Mit einer Trauerfeier in der Pfarrkirche Herz Jesu in Oberhausen (NRW) haben sich am Montag etwa 200 geladene Gäste von dem verstorbenen Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief verabschiedet.

Christoph Schlingensief ist zu seinen Wurzeln heimgekehrt. In der Herz-Jesu-Kirche in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) nahmen die Familie, Freunde und Weggefährten am Montag in einer Trauerfeier Abschied von dem Regisseur, der am 21. August im Alter von 49 Jahren einem Krebsleiden erlegen war. Schlingensief war in der Kirche getauft worden. An dem katholischen Seelenamt nahm auch Alt-Bundespräsident Horst Köhler teil, der in seiner Amtszeit das Afrika-Engagement Schlingensiefs unterstützt hat. Schlingensief hatte den Bau eines „Operndorfes“ in Burkina Faso begonnen, das von dem Architekten Francis Kéré entworfen wurde, der ebenfalls an der Trauerfeier teilnahm.

Zu den weiteren Trauergästen gehörten die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Eva Wagner-Pasquier, die Regisseure Leander Haußmann, Jürgen Flimm, Ulrich Khuon, Alexander Kluge und Frank Castorf, der Schlingensief in den 90er Jahren an die Berliner Volksbühne geholt hatte; ferner die Autorin Helene Hegemann sowie die Schauspieler Martin Wuttke und Sepp Bierbichler. Am Sarg lag auch ein Kranz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit.

Schlingensief war in der Oberhausener Kirche am Altmarkt zwölf Jahre lang Messdiener. Vor zwei Jahren hatte er den Innenraum dieser Kirche bei der Ruhrtriennale für seine Inszenierung „Die Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ nachbauen lassen. Die Beisetzung Schlingensiefs soll in Berlin im engsten Familienkreis zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Außerdem ist auch ein „Theaterfest“ als öffentliche Abschiedsfeier geplant.