Bayerischer Rundfunk

Das kosten die zwei Orchester und der Chor

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Der Bayerische Rundfunk (BR) unterhält drei sogenannte Klangkörper: das Symphonieorchester, das Rundfunkorchester und den Chor. Sie dienen dazu, zum gesetzlichen Auftrag des BR in Sachen Bildung und Unterhaltung beizutragen. Finanziert werden die Klangkörper, wie der gesamte BR, hauptsächlich aus den Rundfunkgebühren.

DAS SYMPHONIEORCHESTER

Am bekanntesten ist das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Der BR bezeichnet es selbst als den „Rolls Royce unter den Orchestern“. Von Fachpublikationen wurde es auch in jüngster Zeit wieder zu den besten zehn Orchestern Europas und der Welt gezählt.

1949 gegründet hat es im Laufe der Jahrzehnte viele weltberühmte Künstler angelockt. Die lange Liste der Gastdirigenten reicht von Leonard Bernstein, Paul Hindemith und Igor Strawinsky bis hin zu Otto Klemperer, Zubin Mehta und Riccardo Muti. 2007 gehörten 110 Musiker und weitere Mitarbeiter zum Ensemble. Die Personalkosten betrugen fast 8,8 Millionen Euro.

Der aktuelle Chefdirigent ist seit 2003 der Lette Mariss Jansons. Unter ihm wurde das BR-Symphonieorchester 2006 mit einem Grammy in der Kategorie „Beste Orchesterleistung“ ausgezeichnet. Er lobte sein Orchester einmal als „nicht nur brillant – es hat keinerlei Schwächen“.

DAS RUNDFUNKORCHESTER

Das Rundfunkorchester bezeichnet sich selbst gern als „Münchens erstaunlichstes Orchester“. Sein Repertoire ist etwas leichter und mehr auf Unterhaltung ausgelegt. Dazu gehören Operetten, aber auch exotische klassische Musik, etwa aus der Türkei. Selbstdefiniertes Ziel ist es, die Hörer zu „unterhalten, berühren und begeistern und mit den Schönheiten der klassischen Musik Farbe in ihren Alltag“ zu bringen.

Das Orchester wurde 1952 gegründet. In den 1980er Jahren gab es diverse gemeinsame Konzerte mit Weltstars wie Luciano Pavarotti, Marilyn Home und Montserrat Caballé. In den 1990ern beteiligt sich das Rundfunkorchester sogar an einer Tournee des Liedermachers Konstantin Wecker.

Unter den Gastdirigenten des Orchesters waren unter anderem Plácido Domingo, Bobby McFerrin, Bruno Weil und Robert Stolz. Seit 2006 wird das Orchester von Ulf Schirmer geleitet. 2007 betrug die Zahl der festen Mitarbeiter 55. Die Personalkosten lagen bei knapp 4,2 Millionen Euro.

DER CHOR

Der Chor des Bayerischen Rundfunks sieht sich selbst als „Kulturbotschafter Bayerns“. Er ist mit seiner Gründung 1946 der älteste Klangkörper des BR. Der Chor arbeitet sehr eng mit dem Symphonieorchester zusammen und gewann mit ihm gemeinsam 2009 den Echo-Klassik in der Kategorie Chorwerk-Einspielung des Jahres. Künstlerischer Leiter ist der gebürtige Bremer Peter Dijkstra. Der Chefdirigent aber ist, wie auch beim Symphonieorchester, der Lette Mariss Jansons.

Vor allem auch jenseits des Mainstreams sieht der Chor seine Bestimmung. „Wir sind stolz auf ein Programm, das sich nicht dem kommerziellen Diktat unterwerfen muss.“ Das aktuelle Repertoire reicht vom Barock bis zur Gegenwart mit zeitgenössischen Kompositionen aus England, Schottland, China und den Ostsee-Anrainerstaaten. Der Chor bestand 2007 aus 41 Mitgliedern und Mitarbeitern, für die 2,7 Millionen Euro ausgegeben wurden.