Aufklärung mal anders

Im Comic denkt Bin Laden ständig an Sex

Terrorbekämpfung der anderen Art: In Frankreich haben ein Journalist und ein Zeichner einen populär-aufklärerischen Comic herausgebracht. „Ben Laden dévoilé" („Ben Laden – enthüllt") soll mit Bin Ladens fiktiver Lebensgeschichte die hasserfüllte Ideologie der Islamisten dem Gespött aussetzen.

Foto: AFP

Möglicherweise ist es ein zivilisatorischer Fortschritt, dass im Kampf gegen den Terrorismus neuerdings softere Methoden ausprobiert werden. Militärische Riposten erwiesen sich bislang ja nur als begrenzt wirksam.

Der in Frankreich lebende algerische Journalist Mohamed Sifaoui versucht es nun mit einem populär-aufklärerischen Ansatz: Gemeinsam mit dem Zeichner Philippe Bercovici hat er einen Comic über Osama Bin Laden herausgebracht. „Ben Laden dévoilé“ heißt das Werk. Das kann man je nach Laune übersetzen mit „Ben Laden – enthüllt“ oder mit: „Ben Laden nackt“ (Èditions 12bis, 15 €).

Tatsächlich taucht der Al-Qaida-Führer gelegentlich unbekleidet auf, und neben der Bekämpfung des Westens scheint eine seiner Hauptinteressen die Befriedigung fleischlicher Gelüste zu sein. Er denkt eigentlich dauernd an Sex. Sifaoui will den Terroristen als falschen Propheten entlarven und hat sich dazu eine Geschichte ausgedacht, in der Ben Laden im Jahr 2016 in Pakistan festgenommen wird. Im CIA-Verhör erzählt er sein Leben – mit allerlei irdischen Details.

Sifaoui, der auch schon mehrere Sachbücher zum islamischen Terrorismus veröffentlicht hat, geht es darum, die hasserfüllte Ideologie der Islamisten dem Gespött auszusetzen. Den „Fanatismus, der sie nährt“ und die „Dummheit, die sie antreibt“ will er bloßstellen, so schreibt er im Vorwort. Die Verhaftung Bin Ladens erweist sich indes am Ende, als das was sie ist: ein hübscher Traum.