Interview

Viva-Moderator Sebastian König und die Krise

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Seit April 2006 moderiert Sebastian König beim MTV-Schwestersender Viva die Sendungen "Straßencharts" und den "Festivalreport Mixery Massive Music". Im Interview mit Morgenpost Online spricht er über das Arbeitsklima bei MTV nach den Entlassungen, die Konkurrenz durch das Internet und die Zukunft des Musikfernsehens.

Morgenpost Online: Herr König, MTV hat Entlassungen angekündigt, will Sendungen streichen. Wie gehen Sie und Ihre Kollegen damit um?

Sebastian König: Es ist immer eine schlimme Situation, wenn jemand entlassen wird. Das tut mir wirklich für jeden Einzelnen leid. Wir haben es in einer Versammlung erfahren, es herrscht jetzt natürlich Unruhe. Man muss sich jetzt zusammensetzen.

Morgenpost Online: In einer ersten Reaktion auf die MTV-Ankündigung haben Sie infrage gestellt, ob Sie überhaupt noch weiter für das Musikfernsehen arbeiten wollen, wenn so viele Sendungen gestrichen werden.

König: Das war eine emotionale Reaktion direkt nach den Ereignissen. Es gibt jetzt Gespräche. Was dabei rauskommt, ist völlig offen.

Morgenpost Online: Ist das Musikfernsehen am Ende?

König: Daran glaube ich nicht. Es ist sicherlich eine schwierige Situation, die Finanzkrise trägt ihren Teil dazu bei. Aber ich bin sicher, dass die Leute auch künftig Musikfernsehen schauen werden. Und dabei wird es vor allem auch um eines gehen: Jede Menge gute Musik.

Morgenpost Online: Aber diese Musik findet man auch im Internet.

König: Dennoch wird das Internet das Fernsehen nicht komplett ablösen. Die Leute haben weiterhin ein Bedürfnis danach, einen Mix zu bekommen und innovative qualitativ hochwertige Formate zu schauen.

Morgenpost Online: MTV will einige deutsche Formate aus dem Programm streichen. Wie sieht das Musikfernsehen in der Zukunft dann aus?

König: Es wird einen Mix aus Reality und Musik geben. Und letztlich ist es doch so: Der Zuschauer bekommt das, was er will.

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