Kunstauktion

Spitzenpreise für Bacon und Koons in New York

Die Jagd auf moderne Kunstwerke geht ungebrochen weiter. In New York purzeln die Rekorde. Die zwei Auktionshäuser haben jetzt an zwei Abenden mehr als 600 Millionen Dollar umgesetzt. Unter den Lieblingen des Marktes ist Francis Bacon - und ein Deutscher.

Spitzenpreise für die zeitgenössischen Künstler Francis Bacon und Jeff Koons haben dem New Yorker Auktionshaus Sotheby’s die spektakulärste Versteigerung seiner 263-jährigen Geschichte beschert. Das Kunsthaus konnte am Mittwochabend in New York Einnahmen von 316 Millionen Dollar (216 Millionen Euro) verbuchen und übertraf damit die eigenen Erwartungen von 220 bis 300 Millionen Dollar deutlich.

Absoluter Hit des Abends war ein Stierkampfgemälde von Francis Bacon aus dem Jahr 1969, das für 46 Millionen Dollar an einen amerikanischen Kunsthändler ging. Bacons Selbstporträt aus dem gleichen Jahr brachte 33 Millionen Dollar - etwa das Doppelte des Schätzpreises. Jeff Koons’ „Hängendes Herz“, ein riesiges rotschimmerndes Metallherz an goldenem Band, bescherte dem Künstler mit 23,6 Millionen Dollar einen persönlichen Auktionsrekord.

11,2 Millionen für Gerhard Richters "Düsenjäger"

Das „Abstrakte Gemälde (596)“ des deutschen Künstlers Gerhard Richter wurde für 9,8 Millionen Dolar versteigert. Es war das zweite verkaufte Richter-Bilder der Woche. Für 11,2 Millionen Dollar (7,7 Millionen Euro) ging am Dienstag Abend das Foto-Gemälde „Düsenjäger“ an einen unbekannten Bieter. Das ist der höchste Preis, den ein Richter-Werk jemals bei einer Auktion erzielte.

Christie’s in New York hatte bei dieser Versteigerung zeitgenössischer Kunst 325 Millionen Dollar erzielt – das zweitbeste Ergebnis für eine Auktion auf diesem Gebiet. Damit wurden Befürchtungen zerstreut, die Krise auf dem Kreditmarkt könne auch das lukrative Kunstgeschäft einbrechen lassen.

Das 1963 entstandene Monumentalbild stammt aus der frühen Phase des in Köln lebenden Künstlers. Es gehört zu einer Serie von Arbeiten, die auf Grund von zufällig gesammelten Fotos oder Zeitungsausschnitten Militärflugzeuge zum Thema machen. „Der Düsenjäger“ zeigt in einem fast unwirklichen Türkis-Weiß-Kontrast eine einzelne Maschine im Flug. Der Schätzpreis lag bei zehn bis 15 Millionen Dollar.

34 Millionen Dollar für einen Mark Rothko

Die Fotografie „Pantheon, Rome“ (1990) des international geschätzten deutschen Künstlers Thomas Struth lag mit 1,05 Millionen Dollar ebenfalls weit über dem Schätzpreis. Das Bild wurde bereits im Jahr 2000 bei Sotheby’s zum Preis von rund 237.000 Dollar versteigert. Struth war zu Beginn seiner Ausbildung auch ein Schüler von Gerhard Richter.

Spitzenreiter des Abends war eine von Mark Rothkos berühmten Kombinationen von untereinander angeordneten Farbflächen. Das Bild „Untitled (Red Blue Orange)“ (1955) ging für 34,2 Millionen an einen unbekannten Käufer und lag damit deutlich über der Maximalschätzung von 30 Millionen. Der britische Schauspieler Hugh Grant konnte sein berühmtes Elizabeth-Taylor-Porträt „Liz“ (1963) von Andy Warhol dagegen nicht für die erhofften bis zu 35 Millionen verkaufen, sondern musste sich mit 23,6 Millionen Dollar zufrieden geben.

Seinen bisherigen Höchstpreis bei einer Auktion fuhr der britisch-deutsche Maler Lucian Freud ein, ein Enkel von Sigmund Freund. Das anrührende Bild seiner Tochter Isobel „Ib und ihr Mann“ (1992) erzielte 19,4 Millionen Dollar. Jeff Koons’ „Diamond (Blue)“ (1994-2005), ein mehr als zwei Meter großer Verlobungsring aus seiner Festtagsreihe, fand für 11,8 Millionen einen neuen Liebhaber.