Filmkritiken

"Greenberg" ist leider sehr berechenbar

US-Regisseur Noah Baumbach hat mit seinem Scheidungsdrama "Der Tintenfisch und der Wal" bewiesen, dass er sich darauf versteht, Beziehungskatastrophen zu verfilmen. Im Berlinale-Wettbewerb läuft nun Baumbachs Film "Greenberg".

Hier spielt Ben Stiller einen New Yorker Neurotiker, der sich im Haus seines erfolgreichen Bruders in Los Angeles von einem Nervenzusammenbruch erholt. Er ist ein altmodischer, besserwisserischer Kauz, der Leserbriefe und Beschwerdebriefe schreibt. Vorhersagbar verliebt er sich in das junge Hausmädchen, eine verwirrte postgraduierte Versagerin. Ebenso vorhersagbar wird das Happy-End hinausgezögert. Sogar bis nach dem Ende des Films. Man sieht einen Ben Stiller, der nicht so auf Grimassen gedrillt ist wie sonst. Man sieht sehr komischen und zugleich todtraurigen schlechten Sex. Und vor allem wenn Greenberg einen seiner unkontrollierten Wutausbrüche hat, erinnert er an die misanthropischen Helden des späten Woody Allen. Doch leider ist "Greenberg" nicht so komisch wie dieser und nicht so verrückt wie Wes Andersen.