"Zack & Miri"

Dieser Porno erzeugt ganz große Gefühle

Kevin Smiths neuer Film erzählt die Geschichte von den Freunden Zack und Miri, die zusammen wohnen und hoch verschuldet sind. Um ihre Geldsorgen endgültig zu beenden, drehen sie einen Porno. Dass aus dieser Schnapsidee schließlich eine wunderbare Romanze wird, hätte niemand gedacht.

Ist es Neid? Hollywood arbeitet sich zurzeit am Porno ab. Gerade kam "9to5" ins Kino, die Doku über jene andere Filmindustrie, die im Tal nebenan so unerhört floriert. Nun hat Kevin Smith ("Clerks") mit dem aktuellen Komikkönig Seth Rogen ("Superbad") gedreht, und es geht um Koitus vor der Kamera.

Zack (Rogen) und Miri (Elizabeth Banks) sind alte Freunde, kein Paar, teilen sich eine Bude, und sind pleite. Weil sie den Hang zum Schrillen teilen, kommt die Idee auf: Wir machen einen Porno, miteinander. Nur fürs Geld. Die brüllkomische Geschichte, wie sie mit Laien und geklauter Videokamera nachts heimlich in einem Café drehen, ist herrlich, aber ganz bedeutungslos.

Denn beim Verkehr vor laufender Kamera verlieben Zack und Miri sich. Es gibt Streit, Trennung, große Gefühle! Den ganzen Zirkus der Romantic Comedy bis hin zur tränenreichen Vereinigung. Es ging gar nicht um Porno, sondern doch um Liebe. Reingefallen.

Immerhin: Die echten Pornostars Traci Lords und Katie Morgan parodieren sich selbst hemmungslos. Und sie tun, was sie immer tun - das ist wohl die neue Freizügigkeit Hollywoods. Nachdem lange kaum eine Brustwarze erlaubt war, stört nun kein Penis.

Spektakulär ist nicht das, sondern wie der Film sich verschwendet. Ein ganzer Star-Wars-Porno, gedreht im Stil der Gondry-Groteske "Be kind, rewind", zieht als Zwei-Minuten-Gag vorbei, das hätte anderswo zum Spielfilm gereicht. Dieser hier ist letztlich nur eine Romanze. Aber eine der wunderbaren.