Comedy

Was Piet Klocke so alles witzig findet

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Ulrike Borowczyk

In den letzten Jahren hatte sich der Komiker Piet Klocke rar gemacht. Nun ist er zurück auf der Bühne. Im Admiralspalast präsentierte er die Uraufführung seines Programms "Pimp yourself" oder "Das Leben ist schön - gefälligst!" Doch die Show wirkt reichlich wahllos.

Den Matratzen-Witz hat der Professor schnell noch aus der untersten Schublade gezogen: "Ich weiß, es ist vom Niveau her..., aber pfff!" Mit fahrigen Gesten und halbherzigen Überbrückungsversuchen vor seinem Gastvortrag, macht sich in ihm zusehends Nervosität breit.

Damit seine Rede zum 13-jährigen Jubiläum des Instituts "Wünschelrute" nicht zu sehr ins Theoretische abdriftet, hat er eine Musikerin bei einer Agentur angemietet. Doch das Fräulein Kleinknecht erscheint mitsamt Saxophon verspätet und ist noch nicht einmal in der Lage, zu einem simplen Hundegebell spontan eine Melodie zu assoziieren.

Nachdem er sich in den letzten Jahren rar gemacht hat, ist Comedian Piet Klocke zurück auf der Bühne. Im Admiralspalast präsentierte er gemeinsam mit Simone Sonnenschein die Uraufführung seines Programms "Pimp yourself" oder "Das Leben ist schön - gefälligst!". Vom Typ her zerstreut bis verklemmt, liebt er eher exzentrisch, während sie versucht, in einer vermurksten Laura-Ashley-Kopie den Klein-Mädchen-Charme längst vergangener Tage zu konservieren.

Optisch eine Katastrophe, ergänzen sich die beiden auch in ihren sprachlichen Handicaps vorzüglich: Sie flüstert unhörbar, er spricht in Halbsätzen. Aber schließlich gilt Klocke längst als "Meister des Anakoluths". Er nutzt den gekonnten Satzbruch, um von einem Thema zu einem völlig unerwarteten nächsten zu springen. Gepaart mit einigen Songs, wirkt der Abend dadurch allerdings auch reichlich wahl- und zusammenhanglos.

Man muss die zugegeben äußerst musikalischen Kunstfiguren schon sehr mögen, um ihnen durch ihr Assoziationsgewirr zu folgen. Zudem werden manche Gags, wie etwa das Lied "Sexuell peripher", unnötig in die Länge gezogen. In solchen Momenten besteht die Gefahr, komplett wegzudriften. Zuschauer peripher!

Admiralspalast-Studio

Friedrichstraße 101

Tel. 47 99 74 99. Termine: 3.-7. März, 19.30 Uhr.