Kultur-Finanzen

Deutsche Oper gleicht Defizit überraschend aus

Eine Erhöhung des Etats für die Deutsche Oper scheint nicht mehr nötig. Ein Defizit von 800.000 Euro war dem Haus für 2008 vorausgesagt worden. Doch innerhalb weniger Monate reduzierten die Verantwortlichen es auf weniger als 100.000 Euro.

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Wenn schon die Ankündigung einer Opernkonferenz ausreicht, um finanzielle Defizite von mehreren hunderttausend Euro zu beseitigen, dann sollten solche Konferenzen regelmäßig stattfinden. Sie sind offenbar ein Segen für finanziell klamme Musiktheater.

Denn ziemlich überraschend - wenige Stunden vor der Opernkonfernz - teilte die Deutsche Oper Montagnachmittag mit, dass sie das bislang prognostizierte Defizit für 2008 in Höhe von 800.000 Euro auf 76.000 Euro reduzieren konnte. Was auf den ersten Blick wie ein Wunder erscheint, hat handfeste Ursachen. Durch zusätzliche Einnahmen - also hauptsächlich eine Steigerung der Kartenverkäufe - und den Anfang Oktober verhängten Ausgabenstopp konnte laut Geschäftsführer Axel Baisch das Defizit weitgehend beseitigt werden. Auch für 2009 rechnet Baisch mit einem ausgeglichenen Wirtschaftsplan.

Was einerseits eine sehr positive Nachricht ist, wirft andererseits aber ein Schlaglicht auf die innere Verfasstheit der Deutschen Oper. Denn erst vor einem Monat hatte die Intendantin Kirsten Harms angesichts des Defizits Alarm geschlagen und lautstark eine Etaterhöhung gefordert. Offenbar vorschnell. Vielleicht hätte sie erst mal die Abschlussbilanz 2008 abwarten sollen.